|
Auf dem Staro-Warschawskoje
Chaussee, an der Grenze zwischen Moskau und dem Moskauer Gebiet gibt es eine
Abfahrt von der Hauptstrasse. Die Gabelung hier ist mit einem Golubez-Kreuz
(ein Kreuz mit einem Dächlein) gekennzeichnet. In der Nähe wächst eine alte
Eiche - der Patriarch hiesiger Wälder, der der Meinung der Spezialisten nach
mindestens dreihundert Jahre alt ist. Er ist wahrscheinlich der einzige lebende
Zeuge der Ereignisse, von den man hier erzählen wird.
Die Bahn geht an einem Eichenhain
vorbei. Disese Oase - eine stille Ecke von dem Vorort Moskaus - lässt sich
neben den Wohngebieten von Juzhnoje Butovo nieder. Es scheint von der
Natur selbst für
Spaziergänge
und Nachdenken vorausbestimmt zu sein. Aber die Bäume lichten sich,
der Wald endet und man kann einen grossen Holzzaun mit Stacheldraht in der
Ferne sehen... Ehemals gab es hier ein Geheimobjekt von NKWD, da stand ein
Schlagbaum, neben dem Schlagbaum - Wache, Zutritt war nur mit Ausweis erlaubt.
Und jetzt...
Man kann
Glockenläuten hören, das die Pilger zum Gebet zusammenruft, und
entferntes Chorsingen. Frieden und Stille dieser Stelle wirken auf die Seele
merkwüdig ein
- beruhigend, tröstend, erhebend. Wir gehen weiter. Das Weg führt zum Gotteshaus
- zu einem besonderen, das den Heiligen Neumärtyrer und Beichväter Russlands in
Butowo gewidmet ist.
Butowo -
das war der Name eines Dorfes, das in 18 Werst von Moskau auf der alten
Warschawskaja Strasse stand.
Der Name
Butowo stammt von dem Wort «áóò» (but) - der Benennung eines kleinen
Bausteins, den man laut Archivdokumenten von XVII Jahrhundert seit jeher hier
gewann. Es müssen die
Meister, die das Baustein gewannen, gewesen sein, die dieses Dorf auf dem Weg
nach Serpuchow gründeten. Ende des XVII Jahrhuderts gab es im Dorf nur drei Höfe.
Die
Dampflokomotive von Moskau bis zum "Haltepunkt Butowo" fuhr etwa eineinhalb
Stunden. Ende des XIX - Anfang des XX Jahrhunderts befanden sich in der Gegend Landgüter von berühmten Menschen: des Fürsten P. D. Wolkonski, des
Grafen S. D. Scheremetjew, des Sohnes
der Gönnerin und des Freundes von P. I. Tschaikowski - N. K. von Mekk, des
Inhabers des Apothekennetzes W. K. Ferrein, DES Herstellers der besten Käse in Russland N. I. Blandow.
Später nannte man Butowo auch das in der Nähe
liegende altertümliche Landgut Droschschino, auf Territorium dessen Mitte des
XX Jahrhunderts das Spezialobjekt NKWDs "Schießplatz Butowo" sich befand.
Der erste Eigentümer des Landgutes, der auch diesem Gebiet seinen Namen
gegeben hat, war Andrej Droschschin. Anfang des XVI Jahrhunderts hat er
zusammen mit Andrej Wjasemski und Michail Glinski in den Dienst zum Grossfürst von Moskau Wassili dem III getreten.
Später hat man auf dem Ufer des Flusses Iswodnia (oder auch Gwosdnia, jetzt
Gwosdianka genannt) eine Kirche im Namen von heiligen uneigennützigen Cosmas
und Damian gebaut, und das Dorf bekam den Namen "Kosmodamianskoje, oder auch
Droschschino".
In die Zeiten von dem Zar Iwan IV dem Shreckligen gehörte das Landsgut dem Bojaren Fjodor Michailowitsch Droschschin, der zum
ersten Opfer dieser Gegend wurde. Er war 1568 bei Opritschniki, die
LEibgardisten von Iwan IV, hingerichtet.
Bei Eintritt von Smuta oder der Zeit der Wirren war das Dorf
Kosmodamianskoje völlig verwüstet. Es sind nur etwa hundert Jahren ach
dem Tod von Fjodor Michailowitsch
vergangen - und cshon gibt es kein Dorf und keine Kirche. In den Steuerbüchern der Kirchen von dem Moskauer Gebiet gibt's nur Aufzeichnungen wie
etwa "Ödland in Besitz der Kirche", und man kann auch nicht sagen, "wann und
warum die Kirche im Namen von Cosmas und Damian abgeschafft war" (Dokumente des
Landskollegiums von Moskau). Es gibt
eine Sage, die Ortseinwohner von Generation zu Generation übergeben: die Kirche, die da stand, verschwand unter der Erde und «bis
zu dem Großen Vaterländischer Krieg (Russlandfeldzug 1941-1945) konnte man hier
eine ziemlich grosse Vertiefung sehen». Ein Ortseinwohner und Dichter W.
Jermolow erklärt, der Grund für disese Phänomen wären
einge Besonderheiten hiesiger Böden.
Viele Menschen waren Besitzer dieses Territorriums innerhalb der nächsten Jahrhunderte. Bekannte Namen sind Schachowskoj (die zweite Halfte
des XVIII Jahrhunderts) und der Sohn des
letzten georgischen Zaren Georgij VIII Bagrat Georgiewitsch (1789 - Anfang des
XIX Jahrhunderts).
1890 geht das Landgut an den Kaufmann der ersten Gilde und erblichen
Ehrenbürger Nikolaj Makarowitsch Solowiew über, der
voriges Jahr hier eine Stutenzucht gegründet
hat. Der neue Pferdezüchter züchtet hauptsächtlich
Traber der Rasse "Orlow", die sich durch elegantes Aussehen und schönen und schnellen Gang auszeichnen und ideal für
Bewegung in einem Wagen sind (damals war es das am meisten verbreitete
Verkehrsmittel). Aber es gibt im
Landsgut auch Traber, die Nikolaj Makarowitsch für
Wettspiele auf der Rennbahn züchtet. Schon im Jahre 1893 ist er
ein ordentliches Mitglied der Kaiserlichen Traberzuchtgenossenschaft von
Moskau. In dem Bildband, der zur 75 Wiederkehr der Genossenschaft herausgegeben
war, gibt es seine Fotografie. Ab 1894 ist ein Mitglied der gleichartigen Genossenschaft in Sankt
Petersburg. In speziellen Kalender, die Berichte über die
ausgespielten Preise, steht der Name von N. M. Solowiew in der Mitte der
grossen Liste der Zahl der Gewinne nach.
Ab der Ende des 1911 war der neue Besitzer der Stutenzucht ein Vertreter
einer berühmten Kaufmann- und Industriellensippe Iwan Iwanowitsch Simin. In August
1915, nach dem Tode seiner Mutter verkauft die Tochter von Nikolaj Makarowitsch
an Simin auch das Landgut mit allen dessen Schulden.
Die Familie Simin stammte aus Grundholden der Gutsbesitzerfamilie Rümin aus dem Dorf Sujewo des Bogorodskij Kreises (ujesd) des Moskau
Gebiets. Der Urgroßvater von Iwan Iwanowitsch, Semjon Grigirjewitsch hat sein
eigenes Textilgeschäft gegründet. Sein Sohn Nikita Semjonowitsch
hat es geschaft, sich von dem Gutsherr auszulösen, und
hat sich ein ziemlich grosses Kapital verdient. 1864 hat er in seinem
Heimatsdorf die erste Weberei gebaut. Der Sohn von Nikita Semjonowitsch, Iwan
Nikititsch, noch zu Lebenzeiten seines Vaters hat 1884 die Gesellschaft der
Manufaktur Sujewskaja von I. N. Simin gegründet, womit sein Vater sehr Stolz
war. Er hat die alte Fabrik in Sujewo umgebaut und 12 Kilometer von der Stadt
entfernt im Dorf Dresna eine neue Fabrik gebaut, um die er ein ganzes
Fabrikstädtchen mit Häuser für Arbeiter und Angestellte, mit einem Krankenhaus,
Siechenhaus, Kindergarten, Läden,
Speisegaststätten und so weiter gegründet hat. Aus Respekt zu seinem
Vater hat er die Fabrik in Form von russischer Buchstaben «Í» und «Ç» (Íèêèòà Çèìèí - Nikita Simin). Nach
ihm stellte sich an die Spitze des Geschäftes sein älter Sohn Leontij
Iwanowitsch (1849 - 1913). Der Bruder von Leontij Iwanowitsch, Grigorij
Iwanowitsch mit seiner Frau Ljudmila Wikolowna (Mädchenname Morosowa) haben in
Moskau eine Kirche für Altgläubige in Tokmakow- Querstraße neben dem
Kurskij-Bahnhof gebaut. Die Familie Simin gehörte zur altgläubischen Kirche,
deren Nachfolger Fedosejewtsj hiessen. Nämlich sie unterstützten die
altgläubische Kirche auf dem Friedhof Preibraschenskoje in Moskau. Dort befand
sich auch die Nekropolis der Familie Simin - zwei grosse Grundstücke.
Nach dem Tod von Leontij
Iwanowitsch stellte sich an die Spitze der "Gesellschaft der Familie Simin"
Iwan Iwanowitsch - der neue Besitzer der Stutenzucht von Solowiew. Der vierte
von den Brüdern Simin - Sergei Iwanowitsch - knüpfte an die Tradition der
Wohltätigkeit der russischen Kaufmannschaft an und wurde der Besitzer und
Entrepreneur einer Privatopera in Moskau. Seine Brüder hatten es nicht gern,
wenn er so das Kapital der Familie spendete und wollten sogar den
Musikliebhaber entmündigen. Nur seine Mutter stimmte seiner Begeisterung zu.
(Jewdokija Sawwatejewna Simina (1845 - 1926) war ein sehr geachtetes Mitglied
der Familie und sogar ein Vorstandsmitglied der "Gesellschaft der Familie
Simin"). Aber kaum konnte man sich zu Beginn des XX Jahrhunderts das
Kulturleben Moskaus ohne der Privatopera von Simin vorstellen.
Alle Mitglieder der
Familie Simin waren erbliche Ehrenbürger, und einer von ihnen hat sogar
Papieradel bekommen - weil er im ersten Weltkrieg teilnahm und hat das Kreuz
des Heiligen Georgij der vierten Klasse, die russische Auszeichnung für
Waffentat, bekommen. Ein Edelmann wurde
der letzte Leiter der Stutenzucht und de facto der Besitzer des Dorfes Butowo1
Iwan Leontjewitsch Simin.
Einige Zeit war er als
Verwalter im Theater seines anderen Onkel S. I. Simin tätig. Hier hat er seine
zweite Frau - eine bekannte Operasängerin Sofja Iwanowna Drusjakina
(Mädchenname Menzel) - kennegelernt. Bald darauf ziehen die beide mit drei
Wahlkindern nach Butowo um.
Der Meinung der
Zeitgenossen nach besaß die Sängerin S. I. Drusjakina ein "eine
außerordentliche Musikbegabung und dramatisches Talent". Ihr
lyrisch-dramatischer Sopran klang auf der Bühnen der besten Opernhäuser von
Kiew, Charkow, Moskau, Sankt Petersburg. Mehrmals sang sie mit F. I.
Schaljapin. Ihre Partner waren auch N. Figner, M. Batistini, M. Galvani, die
zur Zeit in Russland gastierten und anderen Berühmtheiten. Ihre beste Rolle,
der Meinung der Moskauer nach, war die Partie von Tatjana in der Opera von P.
I. Tschaikowski "Eugen Onegin". Sie sang auch in Simins Oper.
Alles im Gutshaus zeugte
davon, dass Iwan Leontjewitsch Pferde mochte. In seinem Arbeitzimmer gab es
viele Bilder und Zeichnungen, die Pferden gewidmet waren, ähnliche Zeichnungen
gab es auch auf dem Geschirr. Selbst der Tintensatz auf dem Arbeitstisch von
Iwan Leontjewitsch war seinen Lieblings gewidmet: die Deckel Tintenfässer sahen wie Pferdeköpfe aus. Und vor den Toren, neben
einem Blumengarten, stand ein Standbild: auf einem höhen
Postament prangte ein Pferdekopf aus Gußeisen. Würdig
dieser Ehre ist der mehrmalige Wettkampfsieger und später auch
ein Zuchthengst Antonij, ein braune Mischling2, gewesen. Sein Vater
Alwin der Junge stammte aus der Stutenzucht Jelanskij (Saratowskaja
Gouvernement), und seine Kinder (Brys, Abrek, Air, Alimant, Artist, Ratmira)
und Enkelkinder (Breite Steppe, Der Fliegende Holländer) gewannen mehrmals
verschiedene Wettkämpfe. Im Jahre 1922 hat Brys den Hauptpreis Derbi
gewonnen, und im Jahre 1932 hat die selbe Auszeichnung Antonijs Enkelsohn Der
Fliegende Holländer bekommen.
Die Revolution des 1917 Jahres hat sich nicht sofort auf die Einwohner
von Butowo ausgewirkt. Erst im Jahre 1918 war das Landgut von Iwan Iwanowitsch
Simin wie auch alle anderen
Privatbesitzungen in diesem Bezirk nazionalisiert. Aber Iwan Leontjewitsch, der
selbst niemals Privateigentum hatte und nur der Verwalter bei seinem Onkel war,
ist auf dem selben Posten geblieben - des Verwalters der Stutenzucht. Anfangs
ging es, man sollte geglaubt haben, wie früher. Die
Stutenzucht "Siminskoje" wurde im Jahre 1924 in "Die Stutenzucht im Namen L. B.
Kamenew" umbenannt, und im Jahre 1928 - in den 3. Pferdesowchos Moskaus, der einer der
zehn besten in dem ganzen Land war.
Aber Ende der 20-en Jahre hat sich vieles geändert, die Liquidierung des
Großbauerntums fand überall statt. Eines Tages war auch Iwan Leontjewitsch an der
Reihe. Er war beschuldigt, weil er "nicht die Haltung des sozialistischen
Wirtschaftens eingenommen hat". Man hat eine Revision angeordnet, es waren
viele Verletzungen in der
Rechnungslegung gefunden. Simin hat man von seinem verantwortungsvollen
Posten abgesetzt und an einen niedrigen Posten in der Landsabteilung von Moskau
versetzt. Man hat ihn auch aus Butowo exmittiert, und das Haus, wo er gewoht
hatte, wurde "expropriiert" und "nazionalisiert".
Die Stutenzucht war nach
der Entlassung von Iwan Leontjewitsch aufgelöst. Einige von
den Pferden hat man in die Erste Stutenzucht von Moskau ins Dorf
Uspenskoje bei Swenigorod übergeführt,
und die Nachkommenschaft des legendären Antonij
hat man in die Stutenzucht Jelanskij zurückerstattet. Auf dem Territorium der
Stutenzucht Butowo hat man eine Trainigsrennbahn veranstaltet, um Rotarmisten
zu lehren und Pferde für die Kavallerie der Roten Armee zuzureiten.
Bis jetzt hat man keine Dokumente gefunden, die sagen konnten, wann
Butowo in Besitz von der Vereinigten staatlichen politischen Verwaltung (OGPU)
gegangen ist. Vielleicht fand das in die erste Jahren der Sowjetmacht,
vielleicht aber auch war es in die erste Jahre der 1930-en. Hin und wieder kam
ein Beauftragte aus Moskau und nahm die besten Pferde ab. Außerdem, nach Diktat
der Ortsbehörde hat man zur arbeitsreichen Zeit Rassenpferde zum
Transportzwecke genutzt. Alteingesessene erzählten, daß im Simins Pferdestall
einmal das Pferd des Marschalls der Sowjetunion S. M. Budjonny. Während des
Russischen Bürgerkriegs trug es seinen Reiter von dem Kampfsfeld heraus, wurde
aber dabei verwundet und hinkte. Auf Bitte von Budjonny hat man das Pferd
hierher für Ehrenunterhalt geschickt - anstatt des üblichen
in solchen Fällen Schlachthofs.
Am 12. März 1935 starb Iwan Leontjewitsch in den Armen seiner Tochter.
Zu dieser Zeit fanden in
Butowo große Änderungen statt. Die Anlagen der Trainigsrennbahn
waren liquidiert, 140 Arbeiter, die das Landgut betreuten, wurden ausgesiedelt
(1934). Diese Gegend zusammen mit Ödland Jekaterinenskaja und dem riesigen
Sowchos "Kommunarka" gang in Eigentum von der Behörde für
Staatssicherheit über.
Bald hat man all die Wege und Pfade, denen entlang die Uhreinwohner
Pilze und Beeren suchen gingen, mit Stacheldraht abgesperrt. Es sind zwei
Sclagbäume mit Wache aufgetaucht: der erste an der Abfahrt von dem Staro-Warschawskoje Chaussee, der
zweite - tief im Wald, gegenüber dem alten Holzgebäude, wo sich bis dahin das
alte Simins Büro, und zu der Zeit - die Kommandantur von NKWD befand. Später
hat sich noch ein Posten hinzugefügt - von der Seite des Dorfes Bobrowo. Den
Einwohner war es bekannt geworden, dass in diesem Platz mit der Fläche von
ungefähr zwei Quadratkilometern ein Schießplatz gebaut werden musste. Na ja,
was soll man sagen? Wenn es ein Schießplatz sein muss... Niemand wunderte sich. Nur
jetzt wissen wir, dass auf so eine Weise hat man die Einwohner dazu vorbereitet, das hier Massenhinrichtungen
stattfinden werden. Vielleicht hat man auch wirkklich hier erste Zeit
Übungsschießen veranstaltet, wofür hierher kleine Einheiten von NKWD kamen.
Vielleicht aber waren es auch die ersten Erschießungen in Jahren 1935 - 1936.
Die Tschekisten selbst behaupten, dass
hier weder Übungsschießen noch Prüfungen der neuen Anschlagswaffen
stattfanden. Es gab dort Truppenteile noch Kasernen, die in solchen Fällen
notwendig sind. Aber das Territorium war bewacht, und niemand hat es besucht -
ausgenommen Mitarbeiter von NKWD.
Fußnoten
1. Iwan Iwanowitsch Simin besuchte sein Landsgut in Butowo ziemlich
selten, deshalb hielten die Ortseinwohner Iwan Leontjewitsch für Wirt, der hier
mehr als zwanzig Jahre wohnte und nur aus Dienstgründen nach Moskau ausging.
2. Ein Mischling eines Orlow- und eines amerikanischen Pferdes.
Unerhörte von den Maßstäben aus Erschießungen in Jahren 1937 - 1938 waren bekanntermaßen
die Folge der Entscheidung des Politbüros WKP(b) vom 2. Juli 1937 über die Ausführung einer großen Operation, die Repressivmaßnahmen gegen
ganze Bevölkerungsgruppen betraf. Als Erfüllung dieser Entscheidung erschien
die "bekannte" operative Order ¹ 00447 vom 30 Juli des 1937 mit der
Unterschrift von dem damaligen Chef der sowjetischen Geheimpolizei NKWD Jeschow
über "Repressivmaßnahmen gegen ehemaligen Kulaki, Kriminelle und andere
antisowjetische Elemente". Mit "antisowjetischen Elementen" waren "die Mitglieder
der antisowjetischen Parteien, ehemelig "weiße", Gendarme, Beamte der
Zarenrussland, Angehörige der Strafkommandos, Banditen und ihre Handlangen,
Rückkehrer" sowie "sektiererische Aktiviste, Kirchenmitgliede und andere, die
derzeit in Gefängnisse, in Werkhöfen, Barackensiedlungen und Kolonien
sich befinden" gemeint.
Es gab zwei Kategorien von "antisowjetischen Elementen". Zu der ersten
Kategorie gehörten "die am meisten feindliche von den erwähnten Elementen", die
"sofortigem Arest und nach der Untersuchung ihrer Angelegenheiten einer
Erschießung unterliegen". Zur zweiten
Kategorie gehörten "weniger active, aber doch feindliche Elemente". Sie sollten
verhaftet und für 8 bis 10 Jahre eingesperrt werden.
Den Dokumenten zufolge, die die Leiter der regionalen und Gebietsämte
von NKWD zur Verfügung gestellt haben, gab es einen Plan, der diese zwei
Kategorien der Repressierten betraff. In
Moskau und Moskauer Gebiet sah dieser Plan 5000 Menschen für die erste Kategorie und 30000 Menschen der zweiten Kategorie voraus.
"Falls während dieser Operation ein Tausend mehr Menschen erschossen
werden, wird's nicht so schlimm sein," schrieb Jeschow in den Erklärungen zur
Order.
Die große Operation bezüglich Repressivmaßnahmen sollte in
vier Monate durchgeführt werden (später hat man sie noch zweimal
verlängert).
Wie genau die Hinrichtungen auf dem Scießplatz Butowo stattgefunden
waren, erzählte Anfang der 1990-en Jahren der Stellvertreter des Kommandanten
des Moskauer Amtes von NKWD Hauptmann A. W. Sadowskij. Er war für die Vollziehung der Urteile in Moskau und Moskauer Gebiet
einschliesslich die, die auf dem Schiessplatz Butowo vollgestreckt gewesen
waren, von Januar bis Oktober 1937 verantwortlich.
Wagen, wo sich bis zu 50 Menschen befinden konnten, fuhren zum
Schießplatz um 1- 2 Uhr nachts. Einen
Holzzaun gab es damals noch nicht. Das Territorium war mit Stacheldraht
umgezäunt. Wo sich die Wagen haltmachten, gab es einen Wachturm für Wache und Scheinwerfer, die in den Bäumen befestigt waren. In der Nähe
waren noch zwei Gebäuden zu sehen: ein kleines Haus aus Stein und eine 80 Meter
lange Holzbaracke. Man führte die Menschen in die Baracke hin - dort sollten
sie angeblich sanitäre Behandlung durchmachen. Direkt vor der Erschiessung gab
man über
die Entscheidung Bescheid, verglich die Daten. Das machte man sehr gründlich.
Manchmal dauerte diese Prozedur einige Stunden. Die Vollstrecker waren dabei in
dem Steinhaus isoliert, das in der Nähe stand.
Die Verurteilte führte
man einen nsch dem anderen aus dem Raum hinaus. Die Vollstrecker führten sie -
jeder das seine Opfer - zum Graben in der Tiefe des Schießplatzes. Man schießte
am Rande des Grabens, in den Hinterkopf, fast aus nächster Nähe. Die Körper der
Hingerichteten warf man in den Graben und bedeckte damit dessen Boden. Für das
"Aufräumen" der Körper waren spezial bestimmte Angestellte von NKWD zuständig.
Selten erschoß man
weniger als 100 Menschen pro Tag. Manchmal gab es auch 300, 400, sogar auch
über 500 Erschossennen. ZUm Beispiel, am 8. Dezember 1937 wurden 474 Menschen
erschossen, und am 17 und 28 Februar 1938 - 502 beziehungsweise 562 Menschen3. Die Vollstreckeker
haben benutzten eigene Waffen, die
meistens während des Bürgerkrieges beschafft gewesen waren; es waren
gewöhnlich Nagan-Revolver, die als meist präzise, bequeme und sichere galten.
Bei den Erschissungen sollten auch ein Arzt und ein Staatsanwalt anwesend
seinm, aber wie wir es aus den Angaben der Vollstrecker wissen, gab es diese
bei weitem nicht immer. An die Tage der
Erschiessungen bekamen die Vollstrecker und die Wache einen Eimer Wodka,
den man unbeschränkt trinken konnte. (Und wie kann man wohl auch so eine Arbeit
ausführen, ohne sich mit Alkohol zu betäuben?!) In der Nähe stand auch ein
Eimer Kölnischwasser. Nach den
Erschiessungen hat man sich mit Kölnischwasser bespült, da die Vollstrecker
nach Blut und Schießpulver rochen. Ihrer eigenen Aussagen nach, selbst Hunde
scheuten sie.
Danach gingen die
Vollstrecker in die Kommandantur, wo sie die nötigen Papiere mit der Hand
ausfüllten und ihre Unterschriften unter den Vollstreckungsakten setzten. Nach
allen nötigen Formalitäten hatten sie Mittagsessen, nach dem man die meist
sternhagelvollen Vollstrecker nach Moskau zurückbrachte. Gegen Abend erschien
an dem Richtplatz ein Mann, der einen Bulldozer anwurf und die Körper mit
einder dünner Erdenschicht bestreute. Nächsten Tages wiederholte sich das
Ganze.
Bis zum August 1937 hat
man die Erschossenen in kleinen einzelnen Gräbern beerdigt, deren Spuren man
auf dem Territorium von Schiessplatz Butowo und ausserhalb des Territoriums
finden kann. Aber ab August 1937 nahmen die ERschiessungen solche Massstäbe an,
das man die «Technik» der ERschiessungen ändern musste. Nach Butowo wurde ein
Bagger «Komsomolez» gebracht, um Kanäle zu graben. Mit dessen Hilfe grub man
riesige Gräben einige Hunderte Meter lang, drei bis fünf Meter breit und
dreieinhalb Meter tief.
Es gab 13 von solchen
Gräben auf dem Schiessplatz Butowo, und der bestehenden Daten nach sind dort
20760 Menschen begraben. In der ersten Reihe hat man so genannte «Nazionale» -
für Spionage - erschossen, dann die «Ehemalige» und «Kirchenmänner» - für
antisowjetische Agitation, und dann auch Invalide, die man wegen deren
Arbeitsunfähigkeit nicht in Gefängnissen und Lagern haltrn wollte.
Verblüffend sind die Zeitspannen, die
man für die
ganze Schriftführung benötigte.
Manchmal verliefen nur zwei Tage zwischen der Verhaftung und der
Erschiessung (es gibt drei solche Ermittlungsakten) oder fund bis sechs Tage
(16 Fälle) oder sieben bis acht Tage (schon 118 Fälle)... Die Ermittlung war
schnell, wenn es die antisowjetische Agitation anging, etwas länger im Falle
der «terrorisctischen (nazionalistischen) Diversionstätigkeit» oder
«Stimmungen». Fälle der «Spionage» gingen nicht schnell ab: erst sollten die
Residente gefunden, die «Parolen» und die «Treffs» geprüft werden. Solche Beschuldigte wurden einige
Monate - oder sogar bis zu einem Jahr - gequält.
Die
meisten Erschossenen (80 - 85 %) waren parteilos; etwa eine Hälfte von denen
hatten nur Grundschulbildung. Mit einem Wort waren es ferne von Politik
Menschen. Hier hat man sowohl 15-16-jährige Jungen als auch 80-jährige Alte
erschossen. Ganze Siedlungen wurden verwüstet, in Butowo gibt es Grabstätten mit
10-30-40 Menschen aus einem Dorf.
Man
vernichtete hauptsächlich männliche Bevölkerung: es sind hier 19903 Männer und
858 Frauen Erschossen worden. Ungebildete Bauer, die nur einen Kreuz an Stelle
der Unterschrift setzen konnten, klagte man wegen «Trozkismus»,
konterrevolutionärer terroristischer Tätigkeit - dabei wussten diese Menschen
nicht mal solche Wörter.
Sie verstanden nicht, wofür man
sie verhaftete und wohin brachte. Vielleicht, starben einige von ihnnen auch so - ohne Verständnis, was da
vor sich gang.
Anläße für die Verhaftungen
und Erschießungen waren zuweilen lächerlich.
Die
Schuld einiger auf dem Sichiessplatz Hingerichteten bestand nur darin, dass sie
das mit der Hand abgeschriebene Gedicht von Sergei Jessenin bewahrten, das auf
den «Hofdichter» Demjan Bednyj abgesehen war («antisowjetische Agitation!»).
Ode ein buch von S. Nilus «Auf dem Ufer des Flusses Gottes» («Nationalismus,
Antisemitismus, kirchlicher Obskurantismus!»). Oder - Gott bewahre! - hat
jemand ein Porträt des letzten russischen Zaren versteckt («Diversion,
monarchische Stimmungen!»). Einige kamen nach Butowo wegen harmlosen Witzen,
die (manchmal auch im Form eines Gedichtes) an den berühmten Flieger Wodopjanow
adressiert waren. Aus irgendeinem Grund konnte man so etwas nicht verzeihen.
Einmal geriet auf das Schiessplatz ein Schriftsetzer einer Druckerei, der in
seiner Werkzeitung «Prawda Poligrafista» einen nicht wiedergutzumachenden
Fehler zugelassen hat: an Stelle des «trozkistischen Abschaums» hat er
«sowjetisches Abschaum» gesetzt. Seine Unvorsichtigkeit hat ihm und der
Korrektorin das Leben gekostet. In Butowo war auch ein Angestellte eines
Kreisausschußes erschossen; währedn einer Demonstration schie er aus vollem
Halse «Es lebe Hitler!» anstatt «Es lebe Stalin!» (Man hat ihn natürlich verhaftet,
und so sehr er sich auch rechtfertigte, daß dies zufällig passiert wäre, hat
ihm niemand geglaubt). Einige sind in die Gräben von Butowo hingeraten, nur
weil deren drittrangiges Zimmerchen in einem Kommunalwohnung einem der Nachbarn
gefallen hat. (Gute abgeschlossene Wohnungen waren nach der Verhaftung deren
Einwohner ernsten Menschen vorherbestimmt. In der Regek waren es Angestellte
von NKWD. Obwohl Zimmer in Kommunalwohnungen wurden auch ihnen zugeteilt; dafür gibt es viele
Beispiele).
Es sind
verschiedene Menschen in den Gräben von Butowo.
Milizionäre und Pädagogen, Ärzte und Juristen, Feuerwehrmänner,
Touristen und Angestellte von NKWD, Flieger, Soldaten, ganz gewöhnliche Kriminellen
und naürlich
die «Ehemaligen» - Adlige, Zarenoffiziere. Gelitten haben auch die Musiker - Komponisten,
Sänger, Klavierspieler, Geiger, es gibt auch Sauspieler, Zirkuskünstler, es gibt
sogar einen Kabarettist. Aber dier meisten von den Kulturschaffenden - ungefähr
ein Hundert - waren Maler. Es wurden verschiedene Maler erschossen:
avantgardistischer Maler und Apologete des sozialistischen Realismus. Es gibt
Kunstmaler, Graphiker, Bildhauer, Miniaturiste, Ikonenmaler, Modeschöpfer und
andere Künstler.
Unter
den Malern, die in Butowo erschossen waren, gab es solche, deren Kunstwerke
heute den Rum der russischen Kunst bilden. Die Rede ist vor allem von Alexander
Drewin, dessen Werke, die wie durch ein Wunder von der Beschlagnahme geretten
waren, befinden sich jetzt in der ständigen Exposition der Tretjakow-Galerie
und in den besten Kunsthallen der Welt. Das Schicksal der Werke eines anderen
hervorragenden Künstler
Roman Semaschkewitsch war ebenso tragisch wie das ihres Autors: etwa 300 seine
Gemälde, die für eine
persönliche
Ausstellung vorbereitet waren, hat man beschlagnahmt. Einige von den erhaltenen
WErkwn von R. Semaschkewitsch befinden sich auch in der Tretjakow-Galerie und
reisen mit Ausstellungen durch die ganze Welt. Profissionale kennen auch den
Namen von Gustaw Kluzis. Es war ein Maler, Designer, Entwerfer, der Begründer
des sowjetischen Fotoplakat.
Einen
besonderen Platz in der Liste der erschossenen Maler nimmt 23-jährige Wladimir
Timirew, ein Sohn des Konteradmirals S. N. Timirew und ein Stiefsohn eines
anderen Admirals, des ehemaligen «Obersten Regenten Russlands» A. W. Koltschak.
Er hat nur herrliche, volle Licht und Luft Aquarellbilder mit langsam
schwimmenden durch das Meer Schiffen hinter sich gelassen, Mehr als ein Hundert
seiner Werke warden in verschiedenen Museen von Moskau, Pensa, Nukus und
anderen Städten gelagert.
Der Künstler und
Ikonenmaler Wladimir Alekseewitsch Komarowskij war der Herkunft nach ein Graf
und war mit vielen adligen Familien verwandt. Er hat einige Kirchen bemalt,
wunderschöne
Ikonen erschafft, die mit der Kraft ihrer religiösen Einwirkung und mit einer
besonderen erhabenen Einfachheit in Staunen versetzen. W. A. Komarowskij war
nicht nur ein Maler, er war auch ein Theoretiker der Kunst der Ikonenmalerei,
der Begründer der
Gesellschaft und der Zeitschrift «Russische Ikone». Er machte sich Sorgen um
die Verbreitung von Kenntnissen über die altrussische Kunst und um Bildung des Geschmacks in Sachen der
Ikonenausstattung der Kirchen - in Sachen der «kirchlichen gottesdienstlichen
Schönheit».
Der Künstler
wurde fünf Mal
verhaftet. Endlich, nach der fünften Verhaftung hat man ihn zum Tode verurteilt. Er war am 5. November
1938 in Butowo erschossen.
Der
erste Assistent von W. A. Komarowskij in allen seinen Unternehmen war sein
Vetter, Graf Juri Alexandrowitsch Olsufjew, der vieles für die Entdeckung
und für die
Verherrlichung der altrussischen Kunst getan hat. J. A. Olsufjew wurde am 14.
März 1938 auf dem Schiessplatz Butowo erschossen.
In
Butowo war auch der verdienste Bergsteiger, Vorsitzende der Alpinistiksektion
von dem Zentralen Unionsrat der Gewerkschaften W. L. Semenowskij (er war den
sowjetischen wie auch ausländischen Geographen, Topographen und Bergsteigern
bekannt, nach ihm wurde die schönste Bergspitze des Tianshans genannt). Der Held des Bürgerkrieges,
Militäringenieur
des ersten Ranges A. I. Glanzberg war einer
der ersten Organisatoren der militärischen Alpinistik, die in der Mitte der
1930 Jahre in Aufnahme kam. Er wurde auch in Butowo erschossen. Fast alle
hingerichtete Bergsteiger waren hochgebildete Menschen und hervorragende
Spezialisten in ihren Grundberufen. So war auch der Sohn des Zarengeneral und
der erste Wissenschaftler Russlands, der sich mit Afrika beschäftigte, ein
Bergsteiger der höchsten
Klasse G. J. Gerngross.
In
Butowo liegen die Gebeine des Urenkels von Kutusow und gleichzeitig eines Verwandten
von Tichatschewskij - des Professors des Kirchensingens M. N.
Chitrowo-Kramskoj, der Urenkelin von Saltykow-Schtschedrin - T. N.
Gladyrewskaja, und auch des Mitgliedes der Expedition von O. J. Schmidt, eines
Tschechen J. W. Bresin. Erschossen wurde hier auch ein gebürtiger Venezianer,
Italiäner Antonio-Bruno Segalino, der mit General Nobel in einem
Konstruktionsbüro für
Luftschiffbau arbeitete (es sind einige Luftschiffingenieure auf dem Schiessplatz begraben). Hier
waren zehn Flieger erschossen, unter denen auch einer der ersten russischen
Flieger Nikolaj Nikolajewitsch Danilewskij wie auch andere Gründer des
russischen Flugwesens: Oberst L. K. Wologodzew, Oberst P. I. Anikin-Obreskow,
ein Flieger des Marineflugwesens O. S. Biltschenko - waren.
Unter
den Erschossenen in Butowo gab es viele hervorragende Persönlichkeiten der
vergangenen Epoche: der Vorsitzende der ersten Staatsduma der zweiten
Einberufung Fjodor Alexandrowitsch Golowin, der Graf B. W. Rostoptschin (vor
der Verhaftung war er als Lehrer der Literaturstiftung tätig), der Leutnant der
Zarenarmee Fürst L. A. Schachowskoj. Hier ist auch ein Kamerad des Ministers
des Innern bei der Interimsregierung des
Jahres 1917 D. M. Schtschepkin. Es gibt auch einige Frauen in der Liste: die
Frau des Chefes der Zarenwache und die Lehrerin der Zarenkinder in Tobolsk und
Jekaterinburg - K. M. Kobylinskaja und N. W. Nikitina, geborene Fürstin
Wotbolskaja. Alle diese Menschen waren im Dezember 1937 in Butowo erschossen.
Endlich
finden finden wir in den Listen der Opfer den Namen des Gouverneur Moskaus und
des Kameraden des Ministers des Innern, des Chefs der Gendarmerie Wladimir
Fjodorowitsch Dschunkowskij. Er war einer der edelmütigsten und
bemerkenswertesten Menschen in Moskau und Sankt
Petersburg im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war der Gründer und seit
1905 auch der Vorsitzende des Moskauer Treuhandsrates für Volksabstinenz.
Dank ihm hat man in Moskau die ersten Entwöhnungsheilanstalten für Alkoholiker, und für unbemittelte Familien - Bibliotheken,
Leseräume, Volkshäuser, wo man wohltätige Vorstellungen mit den besten
Schauspieler Moskaus veranstaltete, eröffnet. In jahern 1913 - 1914 hat Dschunkowskij
eine Reorganisation der Organe zur Aufrechterhaltung der Ordnung durchgeführt. Er hat es
versucht, die Provokateure und Provokation als solcher loszuwerden, weil er
diese für
unmoralisch hilt. Das Leben dieses hervorragenden Funktionären endete am 29
Februar 1938 auf dem Schiessplatz Butowo.
Ausser
der genannten Bevölkerungsgruppen
wurden in Butowo viele Transport- und Handlungsbeamten, Vertreter der
Betriebsverwaltungen, Agronome,
Forscher, Armeeangehörigen und so weiter erschossen. In den Gräben von Butowo
liegen auch talentvolle Handwerker, Arbeitervon von vielen Genossenschaften.
Moskauer
mochten seit den vorrevolutionär Zeiten chinesische Wäschereien. Die Chinesen
wohnten in kleinen Kolonien Russisch sprachen sie schlecht und ersetzten die
abgängige Wörter mit
Lächeln und Verbeugungen. Viele von denen hatten russische Frauen. Die
gewaschene und gebügelte
Wäsche stellten sie ihren Kunden nach Hause zu. 1937 waren diese Wäschereien
als Privatunternehmen liquidiert und in Butowo wurden über 50 chinesische Unternehmer erschossen.
Das grösste Teil der Erschossenen machten Gefangene des Dmitlages von
NKWD aus - mehr als 2500 «Kanalarmiste», die am «Bau des Jahrhunderts» - am Bau
eines Kanals zwischen Moskau und Wolga - arbeiteten. Dmitlag, der die Fläche
eines durchschnittlichen europäischen
Staates hatte, war auch ein ganzes Staat in der unübersehbaren Welt von
GULAG. Gefangene im Dmitlag waren erstklassige Ingenieure, weltberühmte
Wissenschaftler und Künstler.
Aber meiste Gefangene waren gewöhnliche Verurteilte den Kriminalparagraphen nach. Diese hat man bei den
schwersten Arbeiten, die keine Qualifikation verlangten, benutzt.
Ausser
der gennanten Menschen, die in der Folge rehabilitiert waren, mehr als ein
Viertel aller Erschossenen in Butowo (5595 Menschen) waren Verurteilte den
Kriminalparagraphen nach, die entsprechend den Gesetzen der Russischen Föderation nicht der
Rehabilitation unterligen. Zu den Fällen, die nicht der Rehabilitation
unterliegen, werden auch Fälle gezählet, deren Figurante wegen des Fehlens des
«Straftatbestandes» oder «Tatgeschehens» freigesprochen wurden.
Es
bietet sich ein unlösbares Problem dar, ob die Anklage nach dem «politischen»
Paragraph 58 immer der Realität entsprachund umgekehrt - ob ein Verurteilte
nach einem Kriminallparagraphen immer ein echter Krimineller war?
Aus den
Ermittlungsakten gibt es zu ersehen, dass einigen Schwerverbrechern, die andere
Gefangene in der Zelle oder im Lager terrorisiert hatten, man antisowjetische
Agitation zuschrieb um diese so schnell wie möglich loszuwerden. Man konnte eine eine
Beschuldigung einer konterrevolutionären Tätigkeit gegen einen gewöhnlichen
Ruhestörer, einen Bauer, der einen Schuppen des Kolchosvorsitzenden mit Heu in Brand gesetzt hatte,
oder gegen einen Halbwüchsigen, der eine Tätowierung mir Stalins Gesicht auf
«ungehörigen Körperteilen» gemacht hatte,
erheben. Den «politischen» Paragraph 58 bekamen manchmal Stammgäste der
Ausnüchterungsanstalten («im Suff äußerte sich
gegen den Führer») oder Besucher der Bierstuben («äußerte Diversions- und terroristische Stimmungen»).
Verurteilte dem 58. Paragraph nach wurden in Jahren 1989 - 1990 als unbegründet
Repressierte rehabilitiert. Und umgekehrt. Verurteilte als «sozial gefährliche»
und «sozial schädliche Elemente», Menschen «ohne bestimmten Beruf» und «ohne
bestimmten Wohnsitz», die für Bettelei, Landstreicherei und meistens für Paßvergehen vweurteilt wurden, unterligen der
Rehabilitation nicht. Aber nämlich diese Menschen waren meistens Opfer der
bolschewistischen Politik und nachrevolutionären Willkür im Lande.
Natürlich, gab es in
der Liste von Nichtrehabilitierten auch echte Verbrecher: «qualifizierte»
Diebe, Mörder, Einbrecher, die man auf frischer Tat angetroffen hatte oder nach
langer Fahndung genden hatte. Die kriminelle Vergangenheit einger von denen
erinnert an einen Krimi: 15 - 20 Vorstrafen noch bevor Mündigkeitsgrenze, 10 -
15 Fluchten - mit dem Durchsägen von Gefängnisgitter, Ausheben von Minen,
Umkleiden als Wächter und so weiter. Aber solche «Helden» gibt es sehr wenig.
Die meiste Kriminelle wurden für Bagatelldiebstahl, das häufig gar nicht der Strafmaßnahme entspricht,
verurteilt und erschossen. Man kann einge Todesurteile für Diebstahl von
Überschuhen, ein paar Brotlaibe, einem Fahrrad, einer Ziehharmonika, zwanzig
leere Säcke, fünf
Stücke Seife und so weiter finden. Es konnte passieren, dass ein Streit zwischen den
Nachbarn auf dem Schiessplatz Butowo sich löste. Es gibt Todesurteilungen für Spekulation. Als
Spekulant, zum Beispiel, wurde ein Bauer erschossen, der am Bahnhofsvorplatz
Äpfel aus eigenem Garten verkaufte. Ebenso wie Diebe, Falschmünzer, Spekulante und Trickdiebe
wurden auch Wahrsagerinen und Prostituierte erschossen. Dasselbe gilt auch für Zigeuner und
«Eisoren» - Strassenschuhputzer, die Nachkommebn der alten Assyrer waren.
Man kann
nicht sicher sein, das wir alle die Namen der Erschossenen in Butowo kennen
warden selbst in die Periode von dem 8. August 1937 bis zum 19 Oktober 1938 -
ganz von allen anderen Jahre zu schweigen. Aber man kann mit aller der
Verantwortung sagen, dass einige MNamen warden wir niemals kennen, weil es
alles gemacht war, um diese zu verheimlichen. Ein Beispiel dafür - ein Dokument,
das zufällig im Archiv des Amtes von FSB
in Sankt Petersburg gefunden wurde.Da steht es, dass man dem «Chef des Untersuchungsgefängnis persönlich
befiehlt, alle Spuren des Aufenthalts des Untersuchungsgefangenes (der Name) in entspreshenden
Gefangenenanstalten (die Akten, Karten Kartotheksätze und so weiter ) völlig zu
vernichten».
Fussnote:
3. Die Forsche jaben Zweifel, dass die Anzahl der
Erschossenen nach den Akten der Realität entspricht. Vielleicht, wie es auch in
Leningrad war, wo es urkundlich bestätigt war (das Buch des Gedächtnis «der
Leningrader Märtyrologe» von A. J. Rasumow), hat man Menschen im Laufe einiger
Tage erschossen und dann nachträglich all die Dokumente mit demselben Datum
ausgefertigt.
Einen
besonderen Platz unter den Opfern nahmen Anhänger der Russischen Orthodoxen
Kirche - Priester und einfache Gläubige, die auf dem Shiessplatz Butowo
ermordet waren.
Die
sache ist die, daß der Zahl der Hingerichteten für das orthodoxe Christentum
und die Christliche Kirche nach steht Butowo am ersten Platz im Vergleich mit
den anderen Plätzen von Massenerschiessungen und Bestattungen. Während der 15
Monate wurden hier 935 Menschen erschossen, deren enizige Schuld war, das sie orthodoxen
Glauben erkannten.
«Wer
kann eure Namrn nennen? Wer kann dem Welte über eure Leiden erzählen?» - singt
man während des Gottesdienstes den heilgen Neumärtyrern und Beichvätern
Russlands.
Die
ersten Menschen, die in Butowo für ihre
Kirche gelitten haben, waren erschossenen am 20. August 1937 Priester. Die
meisten Geistliche wurden im Herbst 1937 und im Winter 1937 - 1938 erschossen.
Des Festtags der Ikone der Mutter Gottes «Zeichen» am 21. Oktober wurden 48 Priester und Gläubiger erschossen,
am 10. Dezember des selben Jahres waren noch 49 Geistlicher mit dem Erzbischof
von Wladimir dem Neumärtyrer Nikolaj (Dobronrawow) und dem letzten Statthalter
des Dreifaltigkeitsklosters von Sergijew Possad ermordet dem heilegen Märtyrer
Kronid (Ljubimow). Am 17. Februar 1938 wurden 75 Geistlicher und Mönchen
erschossen, am 14 März - 40 un so weiter.
Unter
den Geistlichen, die für ihren Glauben in Butowo gelitten haben, gibt es sieben
Erzpriester: einen Metropolit, zwei Erzbischöfe und vier Bischöfe. Mit ihnen
wurden viele Archimandrite, Oberpriester, Igumen, Hieromonachos, Priester,
Diakonen und Hierodiakonen, Mönchen und
Psalmenleser erschossen; hier sind etwa zweihundert eimfache Gläubigen
erschossen: Kirchengemeindevorsteher, Regente, Choristen, Kirchenreinemachefrauen,
Wächter. Unter den erschossenen überwiegen einfache Pfarreipriester von Moskau
und Moskauer Gebiet.
Vielleicht,
konnte man nicht alle Namen der Geschädigten für ihren Glauben feststellen. Nicht immer wurde
in den Ermittlungsakten der wahre Grund der Verhaftung fixiert. Und der Platz
der Verhaftung entsprach manchmal nicht dem manchmalen Leben des Verhaftenen.
Die
Verhaftenen für ihren Glauben beschuldigte man nach dem
Paragraph 58 des Strafgesetzbuchs der RSFSRm moistens waren es die Punkte 10
und 11 («antisowjetische Agitation», «konterrevolutionäre Tätigkeit»). Aber die
Anläße für die
Verhaftung konnte sehr verschieden sein:
«Erhaltung der Kirche und Verbreitung
des heimlichen Klosterleben», Verletzung der Anzeigepflicht (wusste über einen
«flüchtigen Popen Geistliche»
und hat darüber
nicht berichtet), «Hilfe den Verbannten», «Unterkunft für obdachlosen Geistlichen». Sehr oft schrieben die Untersuchungsführer -
nicht dabei den Unsinn der Situation zu verstehen - an die Adresse des jeweiligen
Geistliche Folgendes auf: «verleumdete, dass die Kirchen warden
geschlossen un die Geistlichen - verhaftet»...
Der
älteste Erzpriester, der in Butowo die Märtyrerkrone angenommen hat, war der
heilegr Märtyrer Seraphim, der Metropolit von Leningrad (Leonid Michajlowitsch
Tschitschagow). Er war ein Mann von außergewöhnlichen und vielseitigen
Begabungen, ein mutiger Kämpfer, Wissenschaftler, Historiker, Geistliche,
Prediger, Schriftsteller, Maler und Musiker. Ausser den geschafften von ihm
selbst Ikonen, den «Annalen des Seraphimo-Diwejewskij Klosters», eines
Fundamentalwerkes «Medizinische Unterhaltungen» un des «Musiktagebuchs» hat er
nach sich einige wiederherstellten
Kirchen und Kloster. Es sind die Kremlsynodkirche der zwölf Aposteln unf die
Kirche des heiligen Nikolaj auf dem Alten Wagankowo, der Spaso-Jefimjewskij
Kloster von Susdal und der Kloster von Nowyj Jerusalem. Die Nikolskaja Kirche
hat er sogar eigenhändig ausgemalt.
Früher, bevor er die
Mönchenwürde
angenommen hat, war er in Jahren 1887 - 1888 ein aktiver Teilnehmer und
Historiograph des Krieges zwischn Russland und Türkei gewesen.
Für seine
militärische und zivile Verdienste Leonid Michajlowitsch wurde mit vierzehn
russischen und ausländishen Orden und Auszeichnungen ausgezeichnet.
Der von
ihm in den « Medizinischen Unterhaltungen» beschriebenen Methodik nach, die völlig auf den
heilsamen Beschaffenheiten von Pflanzen basierte, hat er etwa zwanzigtausend
Kranke behandelt.
Während
der 40 Jahren seines Dienst arbeitete er in vielen Orten Russlands: in Moskau,
im Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad, in Susdal, in Nowyj Jerusalem,
in Sochumi, Orjol, Chişinău, Twer, Leningrad. In jedem Ort, in jeder der
anvertrauten ihm Diözesen beschäftigte ew sich mit der Wiederherstellung von
zerstörten
Kirchen und Kloster, nit dem Wiederaufleben des geistigen Leben des Volkes.
Mutig kämpfte er gegen den revolutopmären Aufruhr, gegen das Sektenwesen und
verschiedenes Schisma, für die
Reinheit des orthodoxen Christentums und
veranstaltte das kirliche Gemeindeleben.
Er
beschäftigte sich auch mit der Verherrlichung des hochwürdigen Seraphim von
Sarow. Der Befehl von
dem Starez Seraphim über Notwendigkeit seiner Verherrlichung hat
L. M. TschiTschigow dank einer Seligen aus Diwejew bekommen, die mit dem
Hochwürdigen während seines Lebens Umgang gehabt hatte. Die von ihm verfassten
«Annale» hatte eine besondere Bedeutung für die Verherrligung, weil dieses Werk dem
ganzen Russland die Erhabenheit der segensreichen Liebesgaben des Hochwürdigen
gezeiget hat. Nachdem der Autor die «Annalen» abgeschlossen hat, bekam er als Dank das Recht den heilegen
Vater Seraphim zu besuchen, der ihm gesagt hat: « Du kannst bitten , was du willst». «Ich will
nur ewig mit Ihnen sein», antwortete Archimandrit Seraphim. Etwas später nahm
die Eminenz an der zweiten Verherrlichung der heiligen Grossen Fürstin Anna
Kaschinskaja teil.
Am 11
Dezember 1937 war Metropolit Seraphim auf dem Schiessplatz Butowo erschossen
geworden, und am 23 Februar wurde er als erster von den Neumärtyrer Butowos
heiliggesprochen.
Der
heilige Märtyrer Bischof Arkadij Beschezkij (Arkadij Iosifowitsch Ostalskij)
war in Schytomyr geboren. Während des Ersten Weltkrieges diente er als
Regimentpriester, und seit 1917 war er Kirchenvorsteher in Schytomyr. 1922 wurde
er verhaftet und zum Tode verurteilt, aber die Erschiessung war durch
Gefängnishaft in einem Lager für zehn Jahre ersetzt; nach der Freisetzung wurde er zu einem Mönch. Seit dem 1926
wurde er noch mehrmals verhaftet, er war auch auf den Solowezki-Inseln. Nach
der Enthaftung in 1937 wurde er zum Bischof von Beschezk, doch zum Zielort
konnte er nicht gelingen. Er wohnte illegal in verschiedenen Städten des
Moskauer Gebietes und wurde 1937 verhaftet. Der Bischof Arkadij war am 29
Dezember 1937 in Butowo erschossen.
Es gab
viele erstaunliche Momente in seinem Leben. So hat der heilige Vater Arkadij
noch vor dem Mönchtumannehmen ein seiner Gemeindekirche die Bruderschaft des
heiligen Nikolaj organisiert, die allen Mittellosen und Kranken half, die
Verstorbene, die keine Verwandten hatten, beerdigte. Er hat nicht nur andere
zur Armenliebe und Opferwilligkeit veranlasst, sondern auch selbst zeigte ein
Beispiel dieser Opferwilligkeit und äußersten Untraffgier. Einst haben seine Verwandte ihm einen
Pelz nähen lassen,
da se wussten, dass er Not leidete und unbemittelt war. Er hat den Pelz zwei
Mal angezogen, und dann plötzlich verschwand der Pelz. Es stellte sich heraus, dass er den Pelz
einer armen Witwe mit zwei krankeb Kinder, die von Tuberkulose litten. Als seine
Mutter Sofja Michajlowna über den
Pelz, atwortete Arkadij, er wäre in dem Altar. Aber als man auch in der Kirche
ihn über den
Pelz fragte, antwortete er mit Verlegenheit: «Er hängt, wo er hängen muss».
Noch ein Beispiel. Einst verliess er Schytomyr in Stiefeln, aber hat nach Kiew schon in Bastschuhen gekommen.
Es stellte sich heraus, dass er unterwegs einen Armen begegnete und sie
habenihre Schuhe umgetauscht. Ein anderes Mal hat der heilige Vater Arkadij
irgendeinem Besitzlosen deien Hose weggegeben und blieb nur in der Unterwäsche,
und damit man das nicht merkt, hat er den Priesterrock von vorne zugenäht, so
das die Schösse sich
nicht zurückschlagen.
Der
heilege Vater hatte fast keine Sacheffekten und keine Wertsachen. Es gab dast
kein Möbel in seinem Zimmer. Eines Tages hat er sich an einen der Mittellosen,
ging ins Zimmer seiner Mutter, schaute an den Wandbehang und fragte: «Ist der
Wandbehang unser?» - «Ja, aber nicht
deiner», antwortete Sofja Pawlowna, als sie verstand, dass er vorhatte den Wandbehang irgendwem wegzugeben.
Später,
während eines der Verhöre im Jahre 1928, wenn man von ihm Angaben über einen Priester
namens Alexander bekommen versuchte, und der BIschof wollte nichts sagen,
fragte ihn der Angestellte von NKWD: «Heisst das, das sie den Namen nicht sagen
wollen?.. dass sie den antisowjetischen Funktionär verbergen wollen?».
Darauf
antwortete die Eminenz, über den
man nicht ohne Grund sprach, er hätte einen goldenen Munde, entsprechend allen
den Regeln der griechschen Rhetorik: «Ich will nich verraten, und ich will
nicht verbergen. Diese Frage überlasse ich der Zeit».
Der
Erwähnung wert sind auch einige Verrtetter des Gemeindeklerus. Drei Brüder Nikolaj
Agafonnikow, Alexander Agafonnikow und Wasilij Agafonnikow waren Söhner eines Priesters
der Diözese von Wjatka Wladimir Agafonnikow. Ihren Priesterdienst haben die Brüder in der
Heimatstadt, aber wegen der ständigen Durchsuchungen und Verhaftungen, die seit
1917 begonnen haben, sind sie nach Moskauer Gebiet umgezogrn. Seit der Ende der
1920 Jahre dienten sie als Gemeindepfarrer in Rayons von Podolsk und Moschaisk.
Im Herbst 1937 wurden alle drei Brüder verrhaftet und erschossen: der heilige Vater Alexander - am 14.
Oktober, Vater Nikolaj - am 5. November, Vater Wasilij - am 9. Dezember. Jetzt
werden sie von der Russischen Orthodoxen Kirche verherrlicht.
Nachdem
man sich mit den Ermittlungsakten der Erschossenen vertaut macht, wird man darüber erstaunt, wie
die Geistlichen von der gottlosen Macht gelitten haben. Als Beispiel kann man
den Fall des Bischof von Nischni Tagil des heiligen Märtyrer Nikita (Fjodor
Petrowitsch Delektorskij). 1926 wurde er zweimal verhaftet, man beschuldigte
ihn des «Gottesdienstes ohne Patent», des Gedächtnis von Patriarch Tichon während des Gottesdienstes.
1927 dienste Bischof Nikita in Orechowo-Sujewo, aber in Kürze im Alter von 51
Jahr ging er zur Rüste.
Seit dieser Zeit litt er Not, hatte keine Arbeit, keinen Dauerwohnsitz. 1930
wurde er das dritte Mal in Moskau verhaftet, in der Wohnung von «Bürgerin Jelisaweta», die am Samotjok wohnte und
Obdach Wanderern und obdachlosen Geiasctlichen gewährte. Bischof Nikita wurde
zur Besserungsarbeit auf eine Frist von drei Jahre verurteilt. In Jahren 1930 -
1933 büsste er
seine Strafe bei der Bau von Dnjepro-HES ab, wo er als Pferdewärter und Wächter
tätig war. Nach der Befreiung diente er ab un zu heimlich im Kirchen von
Orechowo-Sujewo. Seit 1935 war er unter Fahndung. Er lebte davon, dass er
Altstoff suchte und abgab. 1936 - 1937, ohne jemandem über seinen Namen und seiner Würde zu sagen,
übernachtete er in Kasernen beim Milizionären Krasnow, der ein unerklärbares
Mitgefühl für den
obdachlosen Alten empfand. Der Milizionär liess ihn in die Milizkasernen zu übernachten und
manchmal sogar «bewirtete ihn mit Tee».
Am 18.
Oktober 1937 war Bischod Nikita doch ausgespürt und das vierte Mal verhaftet.
Auf das Fensterbrett der Friedhofkirche, neben der er verhaftet wurde, legte er
unmerklich seine Brieftasche mit Dokumenten. Die Ortsbewohner brachten diese
zum Milizamt. Ausser den Dokumenten mit dem Namen und der Würde waren in der
Brieftasche acht Obligationen, eine Nadel, ein Zwirn, eine Schere und eine
zugenähte in einen Fetzen goldene Fünfrubelmünze
vorganden. Wahrscheinlich, war es sein ganzes Hab und Gut. Er selbst wurde nach
zugesendet, nach Gefängnis Taganskaya.
Zeugen
in diesem Fall waren zwei Priester, der erste aus Orechowo-Sujewo, der zweite -
aus Sagorsk. Sie charakterisierten den Bischof als einen «Monarchisten und
Reaktionären, der die Sowjetmacht verleumdete». In der Anklageakt stand es,
dass «Delektorskij F. P. war ein illegaler wandernder Bischof, ein Funktionär
der Wahren Orthodoxen Kirche (WOK), führte antisowjetische Agitation und beschäftigte sich mit
konterrevolutionärer Tätigkeit». Am 17 November 1937 wurde der Bischof Nikita
bei der Troika des Amtes von NKWD für den Moskauer Gebiet zum Tode verurteilt und in zwei Tage in Butowo
erschossen.
Behörden
betrachteten den Bischof Nikita für so gefährlich, dass sie auch den Regenten der Kathedrale in
Orechowo-Sujewo S. G. Andrejew verhaftet haben, nur weil er den Gerüchten
zufolge «Umgang mit dem Bischof Delektorskij pflegte». S. G. Andrejew wurde zur
Höchststrafe verurteilt und in Butowo am 27 September 1937 erschossen. Es war
fast ein MOnat bevor der Verhaftung von Bischof Nikita.
In der
Nacht vom 19. zum 20. November 1937 wurden gleichzeitig viele Geistliche in
Sagorsk und umliegenden Dörfer
verhaftet. Haupsächlich waren es Mönchen des geschlossenen Dreifaltigkeitsklosters von Sergijew Possad
(Sagorsk), die meistens schon im Exil oder unter Haft gewesen waren. Alle
Verhaftene brachte man ins Amt von NKWD von Sagorsk unter.
Unter
anderen wurde auch der letzte Statthalter des Klosters Archimandrit Kronid
(Ljubimow). Am 10. Dezember nahm er in Butowo die Märtyrerkrone an. Zusammen
mit ihm wurden auch sein Diener, Mönch Georgij (Potapow), der bei ihm 35 Jahre gewesen war, und noch sieben
Bewohner des alten Klosters. Dasselbe war das Schicksal des Oberpriesters
Dimitrij Bajanow aus dem Bezirk
Sagorskij. Am nächsten Tage, am 11 Dezember, wurde unter anderen Geistlichen
noch ein Hieromonachos - Gedeon (Tscherkalow) - erschossen. Der 10 Dezember -
der Tag des Todes von dem heiligen Märtyrer Kronid und anderen Opfern - wurde
zum Gedenktag für die Mönchen des
Dreifaltigkeitsklosters von Sergijew Possad, die am diesen Tage Butowo bezuchen
und eine Totenmesse auf dem Richtplatz durchführen.
So
genannte «Kirchenfälle» haben eine gemeinsame Besonderheit. Das sind im
strengsten Sinne des Wortes Zeugnise über den Glauben. Natürlich, der grösste
Teil von den Untersuchungsgefangenen, die von den Untersuchungsführern
geschlagen oder betragen waren, waren geständig, aber in Sachen Glaubens zeigte
sich das Volk als unerschrocken. Weder Folter noch Drohungen konnten die
Gläubigen zwingen ihrem Gott abzuschwören, ihre Kirche zu schmähen. Viele Seiten der Ermittlungsakten sind mit
dem Licht des Märtyrertum eingeweiht. Weder verleumderische Erdichtung der
Untersuchungsführer noch schmutzige Ströme der falschen Zeugnissen können diesen Licht
verdunkeln. Die meisten Christen antworten auf die Frage über ihr Verhalten
zur Sowjetmacht, dass der Gott sie für die Sünden
geschickt hat, oder nennen sie einfach «antichristlich» oder «satanisch».
Standhaftigkeit
und Geisteskraft haben nicht nur bekannte Erzpriester, sondern auch einfache
Dorfpriester, unbekannte Möche und Nonne. Die Nonne Jelisaweta (Orlowa) aus dem Kloster von Akatow
sprach während des Verhöres: «...Wegen meiner Ansichten habe ich al seine
Gläubige Hass gegen die bestehende Staatsform und gegen die Kommunisten, da sie
die Urheber der Verfolgung des
orthodoxen Glaubens Christi sind. Ich war und bleibe überzeugt, dass die sowjetische Ordnung nicht
fest ist und dass diese schwere
Zeiten uns vom Gott nicht für lange geschickt
sind. Deshalb rufte ich all die Gläubige sich um die Ortgodoxe Kirche zu
vereinigen». Die heilige Mutter Jelisaweta wurde auf dem Schiessplatz Butowo am
17 Februar 1938 erschossen.
Unter
den Nonnen gab es viele, die völlig des Lesens und Schreibens unkundig waren, aber es gab auch sehr
gebildete wie etwa eine ehemalige Gräfin, und vor der Verhaftung - die Nonne
Sophia (Tutschkowa).
Die
Ermittlung der Jahren 1937 - 1938 reiht unter die «Kirchenmänner» wie bekannte
Erzpriester so auch einfache Laien ein, die an einem Verfahren irgeneines
Geistigen beteiligt waren. Unter den LAien könne wir richtige Blutzeugen des Glaubens und
Zeugnisses der wahren christlichen Nächstenliebe finden. Ein Beispeil solchen
Glaubens und solcher Liebe kann die Ermittlungsakte des Laien Sergej
Michajlowitsch Ilyin dienen. Er war der
jüngere Bruder des bekannten in Moskau Priesters Alexander Ilyin. Vater
Alexande führte
heimliche Gottesdienste zu Hause und bei seinen Bekannten. Behörden haben darüber erfahren. Man
kam zu den Ilyiny mit einer Anordnung der Verhaftung. Aber anstatt des
Priesters hat man seinen jüngeren Bruder Sergej Michajlowitsch Ilyin verhaftet (das war seine
dritte Verhaftung). Es began die Ermittlung. Aus der Ermittlungsakte kann man
sehen, dass viele Angaben betreffen nicht Sergej Michajlowitsch, sondern seinen
Bruder - den Priester. Aber der der jüngere Bruder hat nichts über den Fehler
gesagt. Am 3. Noveber 1937 fällte man das Urteil zum Fall xon S. M. Ilyin -
Höchststrafe. Am 5 November wurde Sergej Michajlowitsch Ilyin erschossen. Und
der heilige Vater Alexander starb eines natürlichen Todes während des Krieges.
Geistliche
und Laien, die in Butowo und im ganzen Lande umgebracht wurden, zweifelten
nicht, dass die gottlose Macht einst abgeschüttelt wird, dass es die Zeit kommen wird und
die Verfinsterung wird zu Ende: wider werden Kirchen und Kloster geöffnet und wieder
wird dort das Wort der Wahrheit klingen.
Kurz vor
seiner Verhaftung sagte die Eminenz Seraphim (Tschitschagow): «Die Orthodoxe
Kirche macht jetzt Schweres durch. Wer treu der Apostelkirche bleibt - wird
gerettet. Viele entfremden sich von der
Kirche wegen der Verfolgung , einige verraten sie sogar. Aber aus der
Geschichte wissen wir, dass früher es auch Verfolgungen gab, aber schliesslich beendeten sie mit
Triumph von Christentum. So wird es auch mit dieser Verfolgung sein. Sie wird
zu Ende sein, und das das orthodoxe Christentum wird triumphieren. Heute leiden
viele für ihren
Glauben, aber das ist das Gold, das im geistigen Schmiedeofen der schweren
Zeiten sich reinigt. Danach wird es so viele heilige Märtyrer, die für den Glauben
Christi gelitten haben, wie vie les noch nie in der Geschichte des Christentums
gegeben war». Heute haben diese Wörter sich verwirklicht.
Die
Erwartungen und Hoffnungen der Märtyrer wurden wahr. Auf dem Platz ihres Todes
auf dem Schiessplatz Butowo hat man eine Kirche gebaut, in der die göttliche
Liturgie geschieht, Wörter der
Gebete und der Kommemoration klingen. Der Patriarch von Moskau und ganz
Russland Alexius II bezeichnete den Schiessplatz Butowo als «Russische
Golgota».
Insgesamt hat die Russische
Orthodoxe Kirche bis zum März 2007 als heilige 322 Opfern von Butowo
verherrlicht. Zum Vergleich ist es zu erinnern, dass am Ended as XX
Jahrhunderts wurden 400 Heilige heiliggesprochen. Das Konzil der Neumärtyrer
und Beichtvater Russlands, die nur in Jahren 2000 - 2002 verherrlicht wurden,
schliesst 1250 Heilige ein.
Im Oktober 1988 auf dem Kongress
der Volksvertreter und auf der Sitzung des Politbüro im Dezember desselben Jahres
wurden die Entscheidungen über die Rehabilitation von verfolgten nach dem
Paragraph 58 des Strafgesetzbuchs des RSFSR Personen getroffen. Zur selben Zeit
wurde die Frage über die Ermittlung der Massengrabstätten gestellt.
Entsprechend der Verordnungen haben die Hauptverwaltung und die regionalen
Verwaltungen des KGB Personal für die Rehabilitationsarbeit bestimmt. Im Jahre
1989 wurden Hunderte von Tausenden unschuldige Opfer der Repressalien im ganzen
Land rehabilitiert.
In 1991 wurde eine spezielle Gruppe
unter der Leitung von Oberstleutnant
O.B. Mosochin, dem Chef der Struktureinheit des Zentralarchives des
Verteidigungsministerium der RF gebildet. Im Bestand ¹3 entdeckte die Mosochin
Gruppe Dokumente, die für Massenbegrabungen - auf dem Territorium des
Jauza-Krankenhauses, und auf den Wagankovo und Donskoj Friedhöfen - zeugten.
Außerdem verfügte der Bestand über einen große Massive von Akten über
Vollstreckung der Urteile in der Periode 1937-1938 - ohne Hinweise über Orte
der Begräbnisstätten.
Die Moskau Leitung des Verteidigungsministerium
der RF bildete ihre eigene freiberufliche Rehabilitationsgruppe. Anfangs
bestand die Gruppe aus acht Mitarbeitern, später vermehrte sie sich bis zu
vierzig Gliedern. Die Gruppe wurde vom Oberst der Staatssicherheit N.W.
Graschowen' geleitet, der übrigens in Feriensiedlung der NKWD aufwuchs, und
sicherlich von der lokalen Begräbnisstätte gehört haben müsste. Aber man
brauchte Belegung, die es leider nicht gab. Der Arbeitsumfang war so groß, daß
die Kräften der Staatssicherheitsorgane einfach nicht genug waren. Deshalb
wurden nach dem Beschluß des Kollegiums des Verteidigungsministerium der RF die
Glieder der wissenschaftlichen Gesellschaft "Memorial" herangezogen, die mit
der Arbeit im Archiv des Verteidigungsministerium begonnen haben.
Butowo war nie als Ort der
Massenbegräbnisse in den Erzählungen und Verhörungen der NKWD Mitarbeiter, die
direkten oder indirekten Verhältnis zu den Erschießungen in 1930-1950 hatten,
erwähnt. Über Butowo war nicht ein einziges Wort gesagt weder während der so
genannten "Beria Rehabilitation" noch während der "Chruschtschow
Rehabilitation", und auch nicht später.
Die Ersten Erwähnungen von Butowo
kamen nicht von den Tschekisten, sondern von den Journalisten. A.A. Miltschakov
- Sohn des erschoßenen in den Stalin-Jahren ersten Sekretär des Zentralkomitäts
von LKJVdSU (Leninscher Kommunistischer
Jugendverband der Sowjetunion) A.I. Miltschskov - veröffentlichte eine Reihe von interessanten Artikel
zu diesem Thema in den zentralen Zeitschriften. Er erfuhr von Butowo - als
einem möglichen Shießplatz - durch seine Journalistenkanäle viel früher als das
Sicherheitskomität sich mit dem Problem zu beschäftigen began. Doch alle seine
Versuche auf das Territorium des Polygons zu durchdringen waren erfolglos.
Ebenso erfolglos war die Suchei in den NKWD-Archiven nach den Dokumenten, die
die Erschießungen der Jahre 1937-1938 bestätigen würden.
Endlich führte sie Suche die Gruppe
der Staatssicherheit zu einem gewissen A. W. Sadowsky, einem ehmaligen
Mitarbeiter der Abteilung Allgemeine Verwaltung des Moskau NKWD. Während der
Periode ab Januar bis zu Oktober 1937 fungierte er als Kommandant der
Verwaltung. Die Glieder der Gruppe trafen ihn dreimals.
Die ersten zwei Treffen fanden statt
in einer halbkonspirierten Umgebung, in der Anwesenheit von ex-Kommandants
Frau. Die Gespräche waren auf allgemeine Themen geführt. Aber endlich begann
die Gruppe Fakten zu bekommen, die nach dem Aufsuchen einiger Menschen, die
ihrem Gesprächspartner bekannt waren, bestätigt wurden. Auf das dritte Treffen
wurden so genannte "Erschießbücher" aus dem Archiv des Verteidigungsministerium
gebracht, und nach dem Studieren der Unterschriften der Vollstrecker sagte der
ex-Kommandant bestimmt, daß es sich um die Erschießungen in Butowo handelte.
So wurde zum ersten dieses Wort
ausgesprochen - Butowo.
Die
Ortsbewohner und zwei Fahrer des Fuhrparks ersten NKWD bestätigten auch das
Vorhandsein eines Objektes, das in den Jahren 1930-1950 für
Massenvollstrekungen und -Begräbnisse genutzt wurde. Es gab sogar mehr als
einen Specialobjekt in diesem Gebiet, was die Gruppe anfangs nicht vermutet
hatte. Außer dem Schießplatz Butowo wurde auch der Schießplatz "Kommunarka"
entdeckt, der sich auf dem Territorium der ehmaligen Datscha von Jagoda befand,
etwa zehn Kilometer von Butowo entfernt.
Ab
1991 gab es bei dem Moskauer Stadtrat eine Kommission für die Fälle der
ungerechtigt Verfolgten. Unter ihren Ägide war eine öffentliche Gruppe mit dem
Ziel das Andenken der Opfer der politischen Repressalien zu verewigen
gegründet. Der Leiter der Gruppe war M.
B. Mindlin, ein ex-Häftling des Kolyma-Lagers, der entsprechend dem 58. Paragraph mehr als 15 Jahre in
Gefängnissen und Lagern verbrachte, ein Mann von unglaublicher Energie und
Zielstrebigkeit in der Frage das Andenken der unschuldig Ermordeten zu
verewigen. Anfangs vereinigten sich um ihn ehmalige Verfolgte und Kinder der
Repressalienopfer. Doch später haben sich sehr junge Menschen der Arbeit
angeschlossen7. Im Juni 1992 hat ein Mitglied der Mindlin Gruppe K.
F. Ljubimowa mit einigen Helfern zur Aufstellung einer Kartothek und kurzer
biographischer Referenzen für das Andenkenbuch
"Schießplatz Butowo" angetreten. Diese Arbeit wurde zur Basis für alle
weitere vieljährige Tätigkeit der Gruppe. Einige Materialien über erschoßene in
Butowo veröffentlichte man in der Zeitungen "Rossijskaja gazeta", "Wechernyaja
Moskwa", "Moskowskaja prawda", "Prawoslawnaja Moskwa", in der Zeitschrift
"Wolja" und im Sammelband "Soprotiwlenie w GULAGe", verlegt bei der
Gesellschaft "Wozwraschtschenie".
Zum ersten Mal öffneten sich die
Tore des Schießplatzes Butowo für die Verwandten und Mitglieder der Gruppe am
7. Juni 1993. Man benötigte einige Monate um die Erlaubnis für diese Fahrt zu
bekommen. Es nahmen teil die Vertreter der Staatssicherheitsorgane, der Moskau
Behörden, und der Kommission für Rehabilitation bei RF Präsident. Die erste
Gedächtniskerze wurde auf der Erde des Schießplatzes angezündet.
Zehn Monate später, am 10. Okteber
desselben Jahres, aus Initiative der Gruppe, mit Hilfe von Wohltätiger und Interessenten,
hat die Eröffnung des Gedenksteins im Südteil des Schießplatzes stattgefunden.
Auf der Tafel aus rotem Granit wurde
die folgende Inschrift eingraviert: "In dieser Zone des Schießplatz Butowo
wurden in Jahren 1937-1953 heimlich mehrere Tausende Opfer von politischen Repressalien ermordet. EWIGES
ANDENKEN".
Nach der Bildung der Kartothek für
"Erschießbücher" began die Arbeit mit den Archiv- und Ermittlungsakten, die
ohne einen einzigen Tag von Unterbrechung im Laufe von zehn Jahren dauerte.
Fußnoten
7. Ausführliche Kentnisse über die
aufopfernde Arbeit von Mitgliedern der Mindlin Gruppe und deren Helfer kann man
im im Andenkenbuch "Schießplatz Butowo" finden. Heft 1, S. 5-10.
Seit den ersten Tagen nach der
Übergabung des Territoriums des Schießplatzes der Russisch-Orthodoxen Kirche
wurden dort complexe historisch-archäologische, geobotanische und
geomorphologische Erforschungen durchgeführt um die Lage der Beerdigungsgraben
zu ermitteln. Eine der Richtungen der Arbeit waren geophysische Forschungen -
eine effective Methode der Untersuchung ohne Schaden für die Bodenbedeckung.
Wissenschaftler aus der MGU (Moskau Lomonosow-Staatsuniversität) und dem
Zentrum für elektromagnetische Forschungen führten hier Versuchsarbeiten
unterstüzt durch Magnetuntersuchung, georadarische Sondierung und
Elektrountersuchung. Es wurde ein Reihe von Anomalien entdeckt, und die
intensivsten von ihnen übereinstimmten mit den Plätzen der Bergräbnisse,
angegeben an der Karte, die von den Mitarbeitern des Föderalen Sicherheitsdienstes
zusammengestellt wurde. Die Resultate der Untersuchungshaft konnten jedoch nur
durch archäologische Forschung bestätigt werden.
Im
August 1997 war ein Begräbnis auf der Fläche von ca. 12,5 km aufgemacht. Sein
Segen für eine kleine Probeausgrabung gab der heilige Patriarch Alexius. Zu
dieser Arbeit wurden Spezialisten der höchsten herangezogen: etliche
Archäologen, ein Archäologe-Taphologe, ein Anhtropologe, Spezialisten für
Industriekleidestoff, Schußwaffen, gerichtsmedizinischer Gutachter und andere
Spezialisten.
In
einem Graben zum Süden von der Kirche, auf der von etwa anderthalb Meter fand
man erst Fragmente der Kleidung, und etwas tiefer Leichnam...
Wer
auch nur einmal tief in den Beerdigungsgraben in Butowo eingestiegen hat, wird
es nie vergessen. Niedergeworfen, durcheinander, wie auf einem Endlager für
Vieh lagen hier Reste von denen die unschuldig und ungestraft verurteilt und
ermordet wurden.
Unzertrennlich verflechtet lagen
hier Opfer des Kampfes fürs Glauben und Gotteslästerer-Atheisten, ungebildete
Bauer und die gelehrtesten Menschen ihrer Zeit, deren Werke und Entdeckungen
vielleicht die ganze Welt aufklären und veredeln könnten.
Die Archäologen haben ein Begräbnis
aufgemacht, das spät im Herbst oder im Winter gemacht wurde. Oberhalb der
Menschenkörper lagen hier zerstreut Kleider und Schuhe: Mantel, Stiefel,
irgendein Zeltbahnstoff, Lederjacken, Filzstiefel, Galoschen. Unter den Jacken
gab es eine Frauenjacke, von einem europäischen Schnitt; auf einer der
Galoschen entdeckte man ein Stempel 1935 der Fabrik "Krasniy Bogatyr". Auf der
Oberfläche fand man fünf Gummihandschuhe mit gewendeten nach draußen Fingern.
Offensichtlich wurden sie nach sofort nach der erledigten Arbeit in den Graben
geworfen. Hier und dort fand man in der Erde Scherben vom Flaschenglas. Auf dem
offenen Teil des Begräbnises entdeckten die Anthropologen Leichname von 59
Menschenkörpern. Insgesamt lagen in diesem Teil der Ausgrabung, gegraben in
drei-fünf Schichten, ca. 150 Menschen. Wenn man annimmt, daß alle Graben in
Butowo ungefähr die selbe Anzahl von Toten erhalten, und wenn ihre reale
Gesamtlänge mit der angegebenen von dem Föderelen Sicherheitsbüro
übereinstimmt, dann könnte die Gesamtanzahl der Ermordeten von 70 bis zu 90
Tausend ergeben. Aber das, natürlich, ist nur eine Vermutung.
Laut
dem gerichtsmedizinischen Gutachter "wurden alle Körper entweder sofort nach
dem Tod oder innerhalb von 8-10 Stunden nach der Hinrichtung in den Grab
hinuntergeworfen - einzeitig". Seltsam schien es, daß es fast keine Spuren von
Schiesswunden gab. Zwar muß man betonen, daß die Ausgrabung, entsprechend der
vorausgehender Abmachung, äußerst delikat durchgeführt wurde - möglichst ohne
Verschiebung der Leichname.
Nur auf vier Schädel "wurden
Schussbeschädigungen, verursacht durch Patronen von 7 bis zu 8 Kaliber,
entdeckt 8". "Unter der Standartwaffen entspricht diesem Interval
der Kaliber 7,62 mm, angenommen für "Nagan"-Revolver (mit sieben Kugeln),
TT-Pistolen, Maschinenpistolen, Gewehre und Maschinengewehre für
Gewehrpatronen" - so das ofizielle Spezialistenbericht. "Die Einschußöffnungen
befanden sich in dem Hinterkopfteil, die Ausschuße - in der Nähe von Stirn und
Scheitel... Die Wunden an dem Schädel, der Einschußöffnungen und Ausschuße aufweist, wurden durch ein Feuerstoß aus zwei
Schüssen von einer Entfernung nicht größer als ein Meter verursacht. Einer der
Schädel hat links einen Scheitelbeinbruch, der durch einen Schlag von einem
stunpfen Gegenstand verursacht wurde. Der Bruch enstand weil das Opfer noch am Leben
war oder kurz nach dem Schießen 9". Es scheint so, als ob nicht
alle Schüsse tödlich waren; diejenigen die noch Zeichen von Leben aufweisten
hat man zu Tode geschlagen. Wahrscheinlich wie auch in Fällen von anderen
gleichartigen Begräbnissen, wurden einige noch lebend begraben. Eingeschlagene
tief in den Boden des Grabens Pfähle, entdeckte während der Ausgrabung,
spielten eine gewisse Rolle bei der Reglung des Beerdigungsraums 10.
Die
letzten Tage der Ausgrabung fielen auf den frühen Herbst. Es war warm und
leise. Mit dem Wind rauschte das gold gefärbte Laub. Es schien als ob die Welt
und Gottes guter Wille sich überall vergiessen haben - auf der Erde und im
Himmel. Doch den Blick konnte man nicht von dem Graben abwenden, der sich vor
den Füßen gleich einer Kluft aufgetan hat. Es war eine richtige Hölle, die der
Mensch selbst auf Erden geschafft hatte zuwider aller menschlichen und des
Gottes Gesetzen.
Später
in Ergänzung zu den Resultaten der Ausgrabung wurde im Archiv ein Dokument
entdeckt, der indirekt die Anwendung verschiedener Arten von Schusswaffen
(inclusive Maschinenwaffen) in Butowo bestätigte. Es wurde ein Befehl des NKWD
datiert mit dem Jahr 1940 entdeckt - dem Dokument etsprechend wurde der Oberst
der Staatssicherheit I. Y. Iljin zum Verantwortlichen für das Übungsschießen
des GTU NKWD ernannt. Die Übungen fanden
statt in Mytischtschi auf dem "Dynamo" Stadion, wo das Schiessen mit den
gleichen Waffen eingeübt wurde, die man in Butowo verwendete 11. Es
ist beachtenswert, daß Iljin's (der damals ein Major der Staatssicherheit war)
Unterschrift unter mehreren Vollstreckungsakten auf dem Butowo Schießplatz - ab
Oktober 1937 bi zu Juli 1938 - steht.
Professionals meinen, daß das
Wiedererkennen der Körper möglich ist. Aber das ist ein sehr langer,
arbeitsaufwendiger und teuerer Prozess. Außerdem gibt es zur Zeit keine
eindeutige Meinung, ob man dieses Massengrab überhaupt beunruhigen sollte.
Obwohl derjenige der gesehen hat, was im inneren des Grabens geschah, wird es
nie wagen das Ganze einen Grab zu nennen. Alle Ermordeten auf dem Schießplatz
Butowo bleiben immer noch unbegraben.
Archäologische
Forschungen des Grundes führte man fort auch in den nachkommenden Jahren, so
werden sie auch in der Zukunft fortgesetzt. Zum Jahre 2003 sind 13 Graben
ermittelt, die ziemliech unregelmäßig verteilt sind: Meridiangraben - in
Richtung vom Westen nach Osten und Diagonalgraben - in Richtung von Nord-Westen
nach Süd-Westen. Ermittelte Graben gekennzeichnete man durch seilenverbundene
Holzpflöcke. An der Grabenoberfläche wurden Blümen ausgepflanzt.
In
den Jahren vor der Veröffentlichung der Wahrheit über Butowo bietete die lokale
Siedlung einen erbärmlichen Anblick. Ihre einzige Straße, als ob zum Spott
Jubiläumstraße genannt, bestand aus etlichen charakterlosen Gebäuden. Alles viel
auseinander. Es schien als ob das Leben diese Plätze verliassen hat. Erst wurde
die Schule geschloßen, dann das Badehaus, das zufohr ja nur ein Tag in der
Woche funktioniert hat. Zugemacht haben die Sanitätsstelle, die Apotheke, der
einzige Laden. Die Telefonverbindung, die hier seit Anfang des Jahrhunderts
schon vorhanden war, bekam Eigentum der NKWD. Dann wurde der Linienbus, der von
der Butowo Eisenbahnstation nach Bobrow
an dem Schießplatz vorbei kursierte, abgesagt. In der Siedlung des NKWD lebten
ihr Leben zum Ende unbekannte alte Menschen, die noch Zeugen und zuweilen sogar
Teilnehmer der tragischen Ereignisse des Jahren 1930-1953 waren. Jahrelang
wollten diese Menschen keinen Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen. Jegliche,
auch die vorsichtigsten Erkundigungen über das Leben des Schießplatzes in
Jahren der Repressalien wurden von ihnen in der gröbsten Form abgestellt. Einer
nach dem anderen vierließen das Leben die Augenzeugen, die etwas von den
Ereignissen in Butowo, in "Kommunarka", in dem Suchanow Gefängnis erzählen
könnten. Und diejenigen, die noch lebten und etwas unschätzbares erschließen
könnten, schwiegen, hatten Angst, daß alles noch nicht zu Ende ist. Nur
allmählich, mit Jahren gelang es einige Kontakte zu herstellen zwischen denen,
die so giereg jeglichen bißchen der Wahrheit suchten, und denen, die so
entschloßen waren sie zu verbergen und zu vergessen.
Jetzt ist keiner der Zeugen noch am
Leben. Ihre bitteren Geheimnisse haben sie mit sich ins Grab genommen.
Zum
Moment der Übergabe an die Kirche war das Territorium des Butowo Begräbnisses
in einem äußerst vernachlässigtem Zustand. Das Waldteil bedeckte sich mit
Unterwuchs mit vielem Dürr- und Bruchholz. Das Nordteil war mit allmöglichem
Müll verschüttet: von Tintenfläschchen und Sofafedern bis zu Betonblöcken. Am
Plazt wo einst eine Baracke stand, etwas nördlicher der gegenwärtiger Kirche
lagen Haufen von Schrott: Kassetten von Filmrollen, alte Küchenofen, Rohre u.
s. w. Das Ostteil des Territoriums mit dem jüngen Garten war durch eine Reihe
von Scheunen, gebaut von Bewohnern der ehmaligen Siedlung in den sechziger
Jahren, abgetrennt; der Zaun um die Scheunen stand direkt auf dem
Beerdigungsgraben. Zu guter Letzt war das größere Teil des Territoriums so
dicht bedeckt mit Bärenklau, daß man sich wie in einem Jungel durch die
Dickicht durchhacken mußte.
Mit
der Erscheinung der Kirche auf der Butowo Erde began sich das Leben und sogar
das Äußere der Siedlung zu verändern. Immer mehr Menschen kamen zu Messen und
zu Gedächtnisdiensten. Anfangs konnte man auf das Territorium des Schießplatzes
nur an Samstagen und Sonntagen ab 11 bis 16 gelingen. Aber in 1995 wurde die
Wache gelöst und das Territorium wurde zugänglich jederzeit. An denkwürdigen
Tagen began man Gottesdienste und Seelenmessen, auch von Erzpriesterern
geführt, zu veranstalten.
Aber
ein Jahr später ein Unheil brach herein. Ohne jene Rücksicht auf jemanden
beganen die lokalen Behörden das Bau des Wohnkomplexes "Nowo-Drozschschino-2"
in der Gedenkzone des künftigen Denkmales der Geschichte. Der Grundstein eines Stockwerkhauses war in
einer Nähe von etlichen Metern von dem Begräbnis gelegt. Ein Mitglied der
Gruppe "Memorial" L. G. Nowak begann dann eine Tätigkeit gegen den Bau, in der
auch die Kirchengemeinde aktiv teil nahm. Auf den Namen der Moskau Regierung
wurden Deputiertenanfragen, Briefe von Öffentlichkeitsvertretern gesendet -
aber die Antwort lautete: der Bau wird außerhalb der Begräbnissen geführt. Nur
nach einem Schreiben vom heiligen Patriarch auf den Namen des Moskau Bürgermeisters
Y. M. Luzschkow über die Unzulässigkeit der Errichtung von Wohnhäusern in
diesem heiligem Ort wurde in 1996 der
Bau abgestellt.
Eine große Hilfe in der Frage der
Einstellung des Baus des Wohnkomplexes "Nowo-Droschschino-2" haben der jetzt
verstorben Stellvertreter des Hauparchitekts Moskaus O. A. Zalenskiy und der
Leiter der Projektwerkstatt "Jug-Prigorod" A. G. Schabelnikov geleistet. In
1997 nach Auftrag der Moskau Regierung wurden "die Projektangebote über das
Errichten des Memorialkomplexes im Gebiet der Siedlung Novo-Drozschschino"
vorbereitet. Dort wurde das Territorium der wesentlichsten Plätze der
Begräbnisse - des ehmaligen Hofs Drozschschino-Butowo und der NKWD Siedlung - behandelt. Im nächsten Jahr
auf Mitteln der Moskau Regierung wurde die Straße zwischen dem Warschawskoje
Chaussee und dem Schießplatz Butowo asphaltiert und gut eingerichtet. Auf der
reparierten Straße began der Autobus ¹ 18 mit der Endstation "Schießplatz
Butowo" zu verkehren. Der Fahrtplan entsprach den Zeiten des Beginns und des
Endes der Messen in der Kirche.
In
2000 nach Auftrag der Moskau Regierung hat das Staatsunternehmen
"Forschungsinstitut für den Generalplan Moskau" "das Projekt der Schutzzonen
des Geschichtendenkmals «Schießplatz Butowo»" erarbeitet. Und ein Jahr später,
am 9. August 2001, nach Verordnung der Regierung des Moskauer Gebietes wurde
der Schießplatz Butowo zum lokalen Denkmal der Geschichte und Kultur erklärt.
Die Fläche des Geschichtendenkmals schließt mit ein: das Territorium der
wesentlichsten festgestellten Begräbnissen (der eigentliche "Schießplatz") und
die Kirche der heiligen Neumärtyrer und Russischer Bleichväter, das Territorium
des ehmaligen Hofs Drozschschino-Butowo mit dem Park, dem Dorffriedhof und den
Teichen auf dem Gwosdjanka-Fluß, sowie ein bedeutender Teil des Butowo
Forstgartens 12. Zusammen mit den Schutzzonen beträgt die gesamte
Fläche des Geschichtsdenkmals ca. 3 km2. Vom Westen ist sie begrenzt
durch das Warschawskoje Chaussee, vom Süden durch das Territorium des
Treibhauskomplexes des Sowchos' namens des XXI Parteitags der KPSS und durch
den rechten Ufer der Flußniederung der Gwosdjanka. Fast das ganze Territorium
gehörte in den Jahren 1930-1950 der Behörde der OGPU-NKWD, und wurde jetzt zu
einer Schutzzone. Auf dem Territorium des Denkmals ist jegliches Bau (mit
Ausnahme für das nötige für die Offenbarung des Gedenksinhaltes des Denkmals)
und jegliche wirtschaftliche Tätigkeit, die zur Entstellung des historischen
Äußeren und des Naturlandschaftes des Geländes führen könnte, verboten. Und im
Gegenteil planiert man die Erhaltung, Restaurierung und wo möglich Wiederaufbau
der verlorenen Elemente der historischen Bebauung und Parkanlage des XIX
Jahrhunderts
Nach der Renovierung des ersten
Stocks der ehmaligen Schule NKWD-KGB, in der Halle die einst für Kinoschau
genutzt wurde, began man Ausstellungen gewidmet den Butowo Opfern. Es wurden
Materialien über das Leben und Werk der in Butowo ermordeten talentierter Maler
W.A. Komarowskiy und W.S. Timirev, über Opfer im Kampf für das Glauben
bedeutender Geistlicher Russisch-Orthodoxen Kirche - Bischof Arseniy
(Zschadanowskiy), der heiligen Märtyrer Wladimir Ambarzumow, Petr Petrikow und
anderer vorgestellt. Besonderes reichlichen Material konnte man auf der
Ausstellung 2003 "Leben und Werk des heiligen Märtyrer Metropolit Seraphim
(Tschitschagow). Zur Hundertjahrfeier der Verherrlichung des hochwürdigen
Seraphim Sarowskiy" betrachten. In derselben Halle haben die Mitarbeiter der
Kirche und des gegründeten in 2002 öffentlichen gedenks-wissenschaftlichen
Zentrum "Butowo" vielmals Schau der Kinofilmen über den Schießplatz Butowo und
die Schicksale der Opfer durchgeführt. Die Mitarbeiter des Zentrums arbeiten
hier am Sammeln und Systematisieren der Daten über die Opfer des Schießplatzes
Butowo, und mit Nutzung dieser Materialien vorbereiten thematische
Ausstellungen und Präsentationen, treffen Verwandte der Opfer, veranstalten
Exkursionen auf dem Schießplatz.
Entsprechend dem Beschluß des
Dauerkollegiums der Exekutivorgane der Macht Moskaus und des Moskauer Gebietes
vom 1. Dezember 2004 wurde im nächsten 2005 Jahr eine ganze Reihe
Gestaltungsarbeiten auf dem Schießplatz durchgeführt. So wurden die
Beerdigungsgraben, die früher mit Holzpfähler umgezäunt waren, in Grabhügel
verwandelt. Die Gehpfaden, die vorher eher wie Waldwege aussahen, wurden mit
blassrosa Sand beschüttet. Ein Gebüsch wurde ausgepflanzt, der Platz der ersten
Gottesliturgie neben dem Golgota-Kreuz und der Raum um die Kirche wurden mit
Kacheln ausgelegt. Durch die Kachel dringt mutwillig das junge Gras durch. Das
symbolisiert den Sieg des neuen Lebens über den Gespensten der Vergangenheit.
Fußnoten
8. Die Schädel wurden in Laborbedingungen untersucht und dann auf ihren
Platz zurückgelegt.
9. Bericht über die Ausrabung 1997. Herausgeber: Archäologe I.N. Erschow
- Mitarbeiter des TOO "Krom", Archäologe A.Y. Rasumow - Mitarbeiter des RNB
(S.-P.), Archäologe-Taphologe Y.A. Smirnow - oberer wissenschaftlicher
Mitarbeiter des Instituts für Archäologie der RAN, Anthropologe G.P. Romanova -
wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Archäologie der RAN,
Spezialist für Industriekleidestoff und -Schuhe T.S. Aleschina - oberer
wissenschaftlicher Mitarbeiter des GIM, gerichtsmedizinisches Gutachter W.I.
Guzscheedov - Dozent des Institut für Gerichtsmedizin der RAN, Spezialist für
Schußwaffen W.O. Prokopov -oberer wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums
der Wehrmacht, und andere Spezialisten.
10. Priester Kirill Kaleda, S.N.
Alekseev, A.Y. Rasumov, Golovkova L.A. . Die Untersuchungen der letzten
Jahre auf dem Schießplatz Butowo. // "Schießplatz Butowo", Heft 3, Seiten 5-16.
11. ---
12. Mit dem eigentlichen Geschichtendenkmal grenzen die Schutzzone (4,8
ha), das Territorium des Dorfes Drozschschino, der Datscha-Siedlungen DSK
"Butowo", des Sawchos "Urozschai" und die landwirtschaftliche Nutzfläche - ca.
1 km2, und Zonen des Schutzlandschaftes, inclusive die Flußniederung
des Gwosdjanka-Flußes und ihrer Nebenflüße, ein Teil des Butowo Forstgartens -
ca. 1 km2. Das Geschichtsdenkmal "Schießplatz Butowo" befindet sich
im Leninskiy Rayon des Moskauer Gebietes neben der östlichen Grenze des Bezirks
"Youzschnoe Butowo" des Süd-Westlichen Verwaltungsdistrikts Moskaus.
Im Laufe der Arbeit bemerkte man,
daß es unter den Erschoßenen viele Vertreter de Russisch-Orthodoxen Kirche
gibt. Die erste Liste aus 250 Priestern und Laien wurde dem Patriarch von
Moskau und ganz Rußland überreicht. Nach seinem Segen wurde in der Tiefe des
Schießplatzes ein Kreuz errichtet. Um die Fläche für das Kreuz aufzuräumen mußte man sich durch undurchdringliche Dickicht
des Bärenklaus mit Hilfe einer Axt durchhauen. In den Unterbau des Golgota-Kreuzes wurde eine weiße
Mramortafel einmontiert. Worte die in sie eingemeißelt sind gehören dem
heiligen Patriarch Alexius dem II.: "Auf diesem Platz wird eine Kirche zu Ehren
aller Neumärtyrer und Russischer Blechväter, in Andenken an alle Hierarchen,
Kleriker, Mönche und Laien, die für das Glauben und die Wahrheit ihr Leben
gelassen und ein Märtyrertod hier angenommen haben, errichtet".
Die
Idee über das Errichten der Kirche auf dem Schießplatz unterstützte auch
anwesender auf der Einsegnung des Kreuzes, die abends am Thomas' Sonntag (am
ersten Sonntag von Ostern - 8. Mai 1994) stattfand, Moskaus Bürgermeister Y.M.
Luzschkov. Das Kreuz wurde im Orthodoxen Heilig-Tichonowskiy Theologischen
Institut (PSBTI) nach Projekt und mit Teilnahme vom Bildhauer D.M.
Schachowskiy, dem Sohn des ermordeten in Butowo Priesters Michael Schick,
erschaffen. Die Ersegnung wurde von Erzbischof Solnechnogorskiy (jetzt
Metropolit Woronezschskiy und Borisoglebskiy) und Bischof (jetzt Erzbischof)
Istrinskiy Aresniy durchgeführt. Sie wurden von mehr als dreißig Priestern
bedient. Es waren viele Pilger, einige von ihnen haben an diesem Tag erfahren,
daß hier ihre Verwandten begraben sind.
Mit der Zeit wurde es bekannt, daß
viele der Opfer Verwandte in Moskau haben, die ein aktives kirchliches Leben
führen. Sie unterstützten den Beschluß über den Bau der Kirche und wendeten
sich an den Patriarch Alexius mit dem Bitten dieses Unternehmen zu segnen. Die
Resolution des Patriarch lautete: "Gesegnet wird das Errichten der Kirche auf
dieser russischen Golgota".
Im
Herbst 1994 wurde die Gemeinde der Butowo Kirche der Heiligen russischen
Neumärtyrer und Blechväter, die fast nur aus Verwandten der Butowo-Opfer
bestand, gegründet und vorschriftsmäßig registriert. Am Ende desselben Jahres
wendete sich der Patriarch Alexius auf Ansuchen der Gemeinde an die FSK mit dem
Gesuch über Überlassung des Landstücks für den Bau der Kirche.
Darauf
schlug die Administration des Moskauer Gebietes vor nicht nur das ganze
Territorium des Butowo Begräbnisses der Kirche zu übergeben, sondern auch das
Territorium eines ebensolchen Begräbnisses in "Kommunarka". Dieser Vorschlag
kam völlig unerwartet, doch nach Untersuchung der Situation beschluß der
Patriarch beide Begräbnisse unter Schutz der Kirche aufzunehmen so, daß in
Butowo eine Kirche und in der "Kommunarka" ein Klosterstadel errichtet werden
konnten.
Die erste Gottesliturgie auf Erde von
Butowo wurde am 25 Juni 1995, am Tage des Allerheiligenfestes, vollgebracht.
Sie wurde in einer gleichnamiger Zeltkirche, der von den Mitgliedern der
Bruderschaft des Gnädigen Spases gebracht und vor dem Kreuz aufgerichtet wurde,
abgehaltet. An diesem Tag wurde die Liturgie und der froße Kreuzgang, der an
diesem Tag eine Tradition wurde, vom Rektor des PSTBI Oberpriester Wladimir
Worobjew geführt.
Am
Anfang des Jahres 1995, am Tag des Konzil der Neumärtyrer und Russischer
Blechväter, wurde in Moskaus Kirchen eine Sammlung für das Bau der Kirche in
Butowo durchgeführt. Auf dieses Geld hat man in dem Soligalicheskiy
Forstbetrieb (Kostromskaja Gebiet) einen Blockhaus nach projekt von D.M.
Schachowsky für die Kirche angefertigt, im Herbst desselben Jahres wurde er im
westlichen Teil des Territoriums aufgestellt.
Am Tag des Märtyrertodes des
Metropolits Seraphim (Tschitschagow), der nun an de Spitze der der
Neumärtyrerliste steht, 11. Dezember 1995 wurde auf der Kirche ein Kreuz
aufgerichtet, und ein Jahr später am selben Tag wurde die Kirche eingeweiht.
Den Erzpriesterdienst am 11. Dezember 1996 führte der Erzbischof von Istra
Arseniy. Regelmäßige Gottesdienste haben begonnen. Der Vorsteher war Kirill
Kaleda, dessen Großvater (jetzt heiliger Märtyrer Wladimir Abrazumow) in einem
der Butowo Beerdigungsgräben liegt 13.
Am 27. Mai 2000, am vierten Samstag
nach Anfang von Ostern fand auf dem Schießplatz Butowo der erste Gottesdienst
unter freiem Himmel, geleitet vom Patriarch von Moskau und ganz Rußland Alexius
dem II. Die Autobusse mit Namen der Moskauer Heiligtümer und Klöster, die eine
Menge von Pilgern herbrachten, stellten sich in Reihe auf entlang des Chaussee
auf etliche Kilometer. Es schien als ob sich hier ganz orthodoxe Moskau
versammelt hat. Die Schwestern aus der Schule namens des Wohltreuen Zarewitsch
Dimitrij an dem 1. Stadtskrankenhaus
mußten wachsam bleiben. Die allgemeine Unruhe war so groß, daß hier und dort
ständig Notwendigkeit in medizinischer Hilfe entstand. An dem Gottesdienst
nahmen teil acht Erzpriester, ca. zwei hundert Priester aus Heiligtümern und
Klöstern Moskaus und des Moskauer Gebietes und mehr als dreiundeinhalb Tausend
Pilger. Es war ein unvergeßliches Seelenfest. Es klang der Gesang das vereinten
Chor des Orthodoxen Heilig-Tichonowskiy Theologischen Instituts. Die Music der
geistlichen Lieder vermischte sich mit dem lauten Gesang der Nachtigallen, die
die allgemeine Freude zu teilen schienen.
Die
patriarchalischen Dienste in Butowo wurden zur Tradition. An diesem Tag gedenkt
die Kirche "alle in grimmigen Zeiten auf diesem Platz und in anderen Plätzen
Gequellten und Ermordeten". Auf dem Gesegneten Erzpriestlichen Konzil am 16-18.
März 2000 unter 1100 Märtyrer, die in Rußland Opfer von Gottlosen wurden,
wurden 129 ermordeten in Butowo Priester und Laien gepreist. Zum März 2007 wuchs ihre Anzahl
mehr als zweifach - bis zu 322 Menschen. Ihr Andenken wird üblich von 200-400
Priestern gefeiert. Jedesmal kommen etliche Tausende von Pilgern an.
Nach
einem von solchen Diensten, am 15. Mai 2004, in der Nähe von dem Begräbnis
wurde der Grundstein einer Steinkirche angelegt. An dieser Feire nahm der
Vorsitzende der Ausländischen Orthodox-Kirche Metropolit Lawr teil. Nur ein
Jahr später, am 28. Mai 2005, nach dem Ende des Gedenk-Gottesdienstes gingen
alle Priester und Pilger in einem Kreuzgang zur Kirche, wo der Patriarch das
Kreuz gesegnet hat. Mit der Hilfe eines Hebekrans und zu harmonischem Gesang
von Tausenden von Menschenstimmen stieg das Kreuz hoch in den Himmel und dann
senkte auf die Hauptkuppel der Kirche.
Fussnoten
13. Im September 1994 wurde der
künftige Vorsteher der Kirche in Butowo Kirill Kaleda zum Ktitor erwählt und am
22 Dezember zum Diakon geweiht; ab April 1998 ist Kirill Vorsteher der Kirche.
In letzten Jahren wird Butowo -
Russische Golgota vom Heiligen Patriarch Alexius gennant - immer mehr bekannter nicht
nur bei den gottgläubigen in Rußland, sondern auch weit außerhalb der
kanonischen Grenzen der Russisch-Orthodoxen Kirche. Das Schießplatz Butowo
besuchen Verwandte der Opfer aus Moskau und dem Moskauer Gebiet, aus nahem und
weitem Ausland, aus Europa und anderen Kontinenten.
Das
Ausmaß der geschehenen hier historischen Ereignisse und seine Bedeutsamkeit an
der geistlichen Karte Rußlands erfordeten einen Architekturdenkmal eines
entsprechenden Maßtabs, das hier errichtet werden sollte. Im Zusammenhang damit
wurde von der Gemeinde die Frage über die Notwendigkeit der Errichtung einer
Steinkirche auf dem Schießplatz Butowo gestellt. Zum ersten Mal tauchte diese
Idee auf als das Schießplatz erst eröffnet war, und die gebaute in 1995-1996
Holzkirche war ursprünglich als ein Vorgänger für eine richtige große
Steinkirche gedacht. Und obwohl die architektonische Gestalt der alten Kirche
zu einer Art Symbol der Verehrung von Großtat der Neumärtyrer (nicht ohne
Ursache hat die Gemeinde mehrmals Anreden von orthodoxen Gläubigern mit der
Bitte diesee Projekt fürs Errichten artverwandter Kirchen in Rußland und im
Ausland) wurde, entspachen ihre Größe und das Äußere den Außmaßen der historischen
Bedeutung dieses Ortes nicht.
In
diesem Zusammenhang könnte das Errichten der Steinkirche auf dem Territorium
der Begräbnisse sie beschädigen, und deshalb nach dem Segen des Heiligen
Patriarchs Alexius wurde ein Grundstück in unmittelbarer Nähe der
Begräbnisstatte auserwählt. Es war das Zentrum einer ehmaligen Spezialzone, auf
dessen Territorium sich in den Jahren der Erschießungen die Kommandantur des
Schießplatzes befand (das ehmalige Flügel des Zimin Gutshauses).
Das
Konzept der Kirche, ihrer architektonischer Gestalt hat man bis zur Reife eine
ziemlich lange Weile ausgetragen. In der Diskussion nahmen teil die Mitglieder
der Gemeinde, die Verwandten der Opfer und die Verehrer des Andenken der
Ermordeten in den Repressalienjahren. Das Grobprojekt wurde von Andrej
Sergeewich Tutunow entworfen, wessen beide Großväter in dem GULAG gestorben
waren. Während der Besprechung des Projekts mit der Kirchengemeinde wurde ein
Entwurf von einer fünfzeltigen Kirche vorgeschlagen, deren Zelte kreuzartig plaziert
sein würden, weil das Kreuz das Symbol dieses Ortes ist. Am ersten Stockwerk
der Kirche war ein Heiligenschrein planiert, das heißt eine Sammlung von
Dingen, die auf die eine oder andere Art in Verbindung mit den Opfern des
Schießplatzes standen. Die Gemeinde der Kirche der Heiligen Neumärtyrer und
Russischen Bleichväter began seit dem ersten Tag ihrer Existenz die Sammlung
der Materialien über die Opfer. Ihre Verwandten übergaben der Gemeinde eine
bedeuntende Anzahl der Reliquien. Jetzt sind es schon über 500 Gegenstände.
Unter ihnen - Ikonen, Gewänder, persöhnliche Sachen der Ermordeten, Möbel und
Geschirr.
Das zweite Stockwerk der
projektierten Kirche war als ein Platz der Verherrlichung der Großtat der
Neumärtyrer gedacht.
Das Projekt der Kirche war von
Michail Jurjewitsch Kesler, einem Mitglied des "Archchams", entworfen. Der
Großvater des Leiters dieser Organization Andrej Nikolaewitsch Obolenskij war
an dem Schießplatz ermordet. Michail Jurjewitsch entwarf das Projekt anknüpfend
an dem vorgeschlagenen Konzept der zweistöckiger fünfzeltigen Kirche. Dieses
Projekt nutzte man für die Errichtung der Kirche.
M.J. Kesler schlug eine originelle
architektonische Lösung vor: das Fundament ein wenig tiefer machen und das
westliche Teil der Kirche mit Erde umschütten, um einen Eindruck von einem
Hügel zu schaffen. Jetzt, um in den Heiligenschrein zu gelangen, muß man die
Treppe runtergehen, so wie es üblich beim Abstieg in die Krypta, wo in den
griecheschen Kirchen die Leichname der Heiligen aufbewahrt werden, gemacht
wird.
Das erste Stockwerk ist der
Gemütsbewegung der Leiden der Neumärtyrer gewidmet, deshalb kann man Photos der
Opfer vor dem Tode auf den Wänden
der Vorhalle sehen. Unter diesen Aufnahmen sind verschiedene Gegenstände
angeordnet, die aus dem Beerdigungsgraben während dem Ausgraben 1997
ausgenommen wurden. Darunter sind Schuhe, einzelne Kleidungsstücke, Gummihandschuhe, Hülsen und Geschosse.
Ein Teil des Innerraums
der Kirche schließt organisch den Heiligenschrein mit ein, auf dem die Sachen
der Neumärtyrer aufbewahrt sind. Auf den Wänden der Kirche sind mehr als
fünfzig Ikonen der Butowo Heiligen angeordnet. Anfangs war es gedacht einzelne
Ikonen aller Butowo Märtyrer zu malen, aber später mußte man auf diese Idee
verzichten, denn für so eine große Anzahl (es sind mehr als 320 zur Heiligen
erklärten) ist die Fläche der Wände nicht genug. Es war beschloßen Sammelikonen
nach Tagen der Erschießungen zu malen. Diese Ikonen bilden eine Art von
Minea-Reihe der Butowo Neumärtyrer. Auf zwei westlichen Säulen befinden sich
sechs Ikonen der umgebrachten in Butowo Hierarchen an der Spitze mit Metropolit
Seraphim (Tschitschagow).
Das zentrale Nebenaltar
der unterer Kirche nach Segen des Heilegen Patriarchs ist der Ikone der Mutter Gottes gewidmet. Unter Schutz dieser
Ikone lebte das russische Volk nach Sturz des Imperators Nikolai
Aleksandrowitsch. Das rechte Nebenaltar beabsichtigt man im Namen des
Metropolit von Sankt-Peterburg Seraphim einzuweihen. Das linke Nebenaltar wird
in Ehre des Heiliger Ioann Schanchaiskiy eingeweiht. Über den heiligen Pforten
des zentralen Nebenaltars ist die Ikone Erlösers, die dem in Butowo
umgebrachten Neumärtyrer Sergej Kedrow gehörte, untergebracht.
Die obere Kirche ist der
Großtat der Neumärtyrer gewidmet. Während das erste Stockwerk die Karwoche
symbolisiert, so symbolisiert das Obere Ostern. Die russischen Neumärtyrer
hatten nie gedacht, daß sie zu Heiligen erklärt werden könnten oder das ihnen
zu Ehren Kirchen errichtet werden, all ihre Hoffnung legten sie auf Christus'
Auferstehung, und mit ihrem Leben und Tod zeugten sie für ihr Glauben an
Christus' Auferstehung und auf allgemeine Auferstehung. Und diese Hoffnung hat
ihnen geholfen die Leiden zu überstehen und ihre Großtat zu vollbringen.
Deshalb segnete der Heilige Patriarch Alexius das zentrale Nebenaltar der
oberen Kirche zu Ehren Christus' Auferstehung einzuweihen. Das rechte
Nebenaltar wird im Namen der heiligen Neumärtyrer und Russischer Bleichväter
geheiligt, das linke - im Namen vom Heiliger Tichon, dem Patriarch von Moskau
und ganz Rußland, als dem Haupt des Sobors der Neumärtyrer und der Russischen
Bleichväter.
An den Säulen neben dem Altar im
zentralen Nebenaltar sind zwei Ikonen untergebacht. Auf der rechten Säule - die
Ikone des Sobors der Neumärtyrer und der Russischen
Bleichväter, eine Kopie des Zentralteils de Ikone, die zu ihrer
Verherrlichung im Jahr 2000 (das Original befindet sich in der Erlöserkathedrale)
gemalt wurde. Wegen der großen Ausmaßen des Originals gelang es nicht das
Zeichen mit der Darstellung einzelner Episoden der Verfolgung zu unterbringen,
deshalb sind diese Zeichen auf den Rändern der lokalen Ikonen - des
Nerukotworniy Spases und der Ikone der Mutter Gottes von Kazan' - des zentralen
Nebenaltars abgebildet (siehe Bilder 1 und 2 auf Seite 54). Auf der linken
Säule befindet sich die Ikone des Konzil der ermordeten in Butowo Neumärtyrer.
Die Ikone ist nach dem Vorbild des Konzil der Neumärtyrer und der Russischen
Bleichväter gemalt, aber während sie auf
der letzteren vor der Erlöserkathedrale stehen, so sind sie hier vor der Butowo
Holzkirche; auch hier abgebildet - der Butowo Golgota-Kreuz, und unter ihm - die Gräben
mit den Leichnamen der ermordeten Gerechten.
Auf
dem Glockenturm der Kirche ist ein großer Satz von Glöcken, die auf der Tutaewo
Glockenfabrik abgegossen wurden, aufgestellt. Auf den Glöcken sind also die
Anlitze der Russischen Neumärtyrer abgebildet.
Die
ganze Kirche ist der Gemütsbewegung und der Verherrlichung der Großtat der
Neumärtyrer und der Russischen Bleichväter gewidmet. Möglich wird sie zum
Denkmal nicht nur von Ermordeten in Butowo, sondern von allen Opfern der
Verfolgungen, denn Butowo gewinnt mehr und mehr Bedeutung als ein Ort des
Andenkens aller Opfer. Es kommen hier Menschen, deren Verwandte in anderen
Orten, meist unbekannten, gelitten haben. Von einer Seite betrachtet ist eine
Fahrt aus Moskau nach Butowo eine Art Wallfahrt, und von der anderer - ist Butowo
nicht so weit von Moskau entfernt und deshalb erreichbar für Moskauer und
Einwohner anderer Regionen.
Die
Grundsteinlegung der Steinkirche in Butowo fand am 15 Mai 2004 statt. Sie war
nach dem traditionellen patriarchalischen Gottesdienst ausgeführt, das in jenem
Jahr nicht am vierten, sondern am fünften Samstag von Ostern vollgezogen war.
Tags zuvor kam zum ersten Mal das Haupt der Russischen Ausländischen Kirche
Metropolit Lawr nach Rußland. Auf dem Schießplatz Butowo haben die Vertreter
der Russischen Ausländischen Kirche zim ersten Mal mit der Mutter-Kirche an der
Spitze mit ihrem Haupt dem Heiligen Patriarch Alexius zusammen gebetet. Nach
dem Gottesdienst, das unter freiem Himmel ausgeführt wurde, fand die
Grundlegung statt, in der der Heilige Patriarch dem Metropolit Lawr Teilnahme
vorgeschlagen hat.
Die
Einsegnung der Butowo Steinkirche ist auf den 19. Mai 2007 geplant, d.h. zwei
Tage nach dem Unterschreiben der Akte über Wiedervereinigung der Russischen
Ausländischen Kirche mit der Mutter-Kirche am Tage des Feiers Christus'
Auferstehung in der Erlöserkathedrale. Es ist beabsichtigt die Einsegnung der
Butowo Kirche im Rahmen des Programs der Gottesdienste, die der
Wiedervereinigung gewidmet sind, zu vollbringen. Es ist geplant, daß nicht nur der
Heilige Patriarch Alexius, sondern auch Metropolit Lawr an der Einsegnung
teilnehmen wird.
Die
Kirchengemeinde, die Bauarbeiter, die Wohltäter, die an der Errichtung
teilgenommen haben, hoffen, daß die Kirche nicht nur der Verherrlichung der
Großtat der Neumärtyrer und der Russischen Bleichväter dienen wird, sowohl in
Butowo als auch in anderen Orten, sondern auch der Rettung unseren
leidgeprüften Volks.
|